Mitunter denken sich Filmemacher lustige Geschichten aus, um Weihnachtsmuffel bei Laune zu halten, dabei muss es nicht immer ein abendfüllender „Bad Santa“ oder gar ein „Black Christmas“ sein, ein Kurfilm tut es auch, um seine Message in adäquate Bilder zu verpacken:
Muss es denn jedes Jahr eine Nordmanntanne sein?
Eingefleischten Genrefans kommt die Eingangsmelodie mit seiner merkwürdig anmutenden Harmonie doch gleich bekannt vor: Richtig, das Eingangsthema von „Cannibal Holocaust“, - und immer wenn wir die Naturaufnahmen des Regenwaldes sehen, wissen wir, was am Ende im Herzen des Dschungels an blutigem Finale aufgeboten wird.
Und was gibt es hier zur Musik zu sehen: Tannen im Winterwald, man ahnt, was die Bäume, das lässt das Wortspiel im Titel unlängst vermuten, am Ende mit den Menschen anstellen könnten, zumal es sich hier auch um einen Splatterfilm handelt.
Mit einfachsten Mitteln, völlig unbekannten Darstellern und ein paar treffend auf den Punkt gebrachten sozialen Klischees gerät diese Groteske recht ordentlich.
Zu Beginn die brüllenden Rednecks, welche die Bäume wie Urmenschen mit Säge, Axt und Kettensäge zu Fall bringen, dazu die in hohen Tönen kommunizierenden Bäume (mit Untertiteln unterlegt) und dann die kurz eingebundenen Weihnachtsbaumkäufer, wie der typische Dad aus der Mittelschicht, der beim Kauf den schönsten auserkoren glaubt oder später das Paar auf der Couch, während der Baum dahinter völlig unbeachtet bleibt.
Dieses Verhalten im Vorfeld des Weihnachtsmorgens wird von den Bäumen während des Rachefeldzuges entsprechend quittiert.
Dabei gelingt es recht gut, den gefällten Bäumen eine Egoperspektive zu verleihen, welche durchaus der Sichtweise von Schlachtvieh gleichzusetzen ist, besonders während des Transports im Lkw. Natürlich werden auch die übertriebenen Weihnachtsbräuche sarkastisch dokumentiert, eine leichte Sozialkritik darf nicht fehlen, um das spätere Massaker einigermaßen fundamentieren zu können, denn dort bleiben auch Kinder, egal welchen Alters, nicht verschont.
Allerdings geht während der finalen Minuten nicht wirklich die Post ab, da es einerseits schwierig ist, den Bäumen eine Körperlichkeit zu verleihen, ohne gleich ins völlig Lächerliche abzudriften und zum anderen gestaltet sich ein Mord durch eine Tanne letztlich doch ein wenig schwierig, auch wenn zwischenzeitlich ein paar Augäpfel herausgehoben werden.
Man findet immerhin einen halbwegs gesunden Mittelweg, am Rande des Trash, aber durch den im Grunde kritischen Unterton nie zur bloßen Albernheit verkommend, um die Rache der Weihnachtsbäume in ein angemessenes Licht zu rücken.
In Anbetracht eines Kurzfilms mit schmalen Budget ein recht gelungener Beitrag, der seinen Zynismus einige Male treffend einsetzt, nur mit der finalen Szene ein wenig über das Ziel hinaus schießt.
Für alle, die schlicht inszenierten Monsterhorror etwas abgewinnen können, bieten die rund fünfzehn Minuten Kurzweil, für Öko-Freaks gestaltet sich die Nummer wahrscheinlich bereits ein wenig zu rau.
7 von 10