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Mit dem Verhältnis zwischen Menschen und Mutanten ist es nicht weit her: Auf der einen Seite befinden sich Leute wie Senator Kelly und seine Anhänger, welche die Mutanten vor allem als grosse Gefahr betrachten, auf der anderen Seite stehen Mutanten wie Magneto, welche die Menschheit als unterlegene Rasse ansehen.
Nun werden die beiden Mutanten Wolverine und Rouge von den Schergen Magnetos angegriffen, denn einer von den beiden scheint eminent wichtig für des Bösewichts finstere Pläne zu sein, die irgendwas mit dem anstehenden UNO-Gipfeltreffen zu tun haben; die zwei werden aber gerettet von einer Gruppe Mutanten um Professor Charles Xavier, die für eine friedliche Koexistenz beider Seiten kämpft…
Der Film nimmt sich Anfangs viel Zeit für Exposition und Charaktereinführung; dadurch läuft er relativ langsam an, es kommt ihm aber auch durchaus zugute, weil einem auf die Art die Protagonisten nahe gebracht werden, so dass man im (eher etwas simplen) Action-Teil ordentlich mit ihnen mitfiebern kann. Gilt natürlich vor allem für Wolverine aka Logan, dem Typen mit den Krallenhänden, den unglaublichen Selbstheilkräften und der geheimnisvollen Vergangenheit, über die er dank einer Amnesie selbst nichts mehr weiss (cool: Hugh Jackman); sowie Rogue, das Mädel, dass seine Kräfte erst vor kurzem entdeckt hat (saugt bei Berührung Lebenskraft und allfällige Mutantenkraft des Opfers auf) und Probleme hat, damit zurechtzukommen (süss: Anna Paquin). Eindruck hinterlassen aber auch Patrick Stewart als Xavier und Ian McKellen als Magneto (ein fantastischer Bösewicht). Und besonders sehenswert ist natürlich Rebecca Romijn als Mystique im vielleicht knappsten „Kostüm“ aller Zeiten.
Neben der Tatsache, dass der Film sich Zeit für seine Charaktere lässt und daneben auch eine spannende, actionorientierte Geschichte erzählt, ist an ihm natürlich auch der Subtext um Rassismus und Angst vor dem Fremden sehr reizvoll und hebt ihn noch ein Stückchen weiter über Genredurchschnitt.
Ansonsten: Sowohl der Charakter- als auch der Actionpart halten ein ordentliches Tempo und werden nie langweilig, an den Effekten gibt es wenig zu mäkeln und besonders unterhaltsam sind die eindrücklich choreographierten Zweikämpfe, die ordentlich mit Wire Fu und GCI aufgewertet wurden. Erwähnen möchte ich auch noch den hervorragend gelungenen Score.
Fazit: Eine der gelungensten modernen Comicverfilmungen, bei der weder Charaktere noch Action zu kurz kommen und die ganz einfach eine Menge Spass macht.

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