"X-Men" ist eine gute Comicverfilmung, bei der das Gute mal wieder auf das Böse trifft. Im Kern ist die Handlung über diesen nie enden wollenden Kampf also nichts neues. Innovation und Spannung schaffen aber die Mutanten, bei denen jeder mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet ist. Bei den Guten wäre da zum Beispiel Storm, die, wie ihr Name schon verrät, Macht über (kalte) Winde hat oder Professor Charles Xavier, der stark ausgebildete telepathische Kräfte besitzt. Und natürlich nicht zu vergessen ist Wolverine mit der Fähigkeit, sich zu regenerieren. Außerdem besteht sein Körper aus einem Metall-Skelett. Er hat die ganze Zeit einen etwas miesgelaunten Gesichtsausdruck drauf, kommt beim Zuschauer aber trotzdem sympathisch rüber und stellt eine Art Identifikationsfigur dar.
Auf der Gegenseite bekommt man es mit Magneto zu tun, dessen Kräfte ebenfalls schon durch seinen Namen zu erahnen sind. Er hasst die Menschen und will sie alle zu seinesgleichen machen.
Die Story ist gut, unkompliziert, aber eben realitätsfern. Den Fans der "X-Men" - Comics wird das natürlich egal sein.
Sehr schön finde ich, dass man einen gesellschaftskritischen Aspekt mit eingebaut hat. Die Mutanten könnte man nämlich mit einer Minderheit eines Volkes gleichsetzen, die da aus Farbigen beispielsweise bestehen könnte. Genauso wie die Mutanten hier, werden sie in der Realität noch längst nicht von jedem akzeptiert und toleriert.
Die Special-Effects sind auf dem neusten Stand und präsentieren sich teilsweise eindrucksvoll. Klasse die Szene, in der Magneto Polizeiwagen und Gewehre schweben lässt und die Szene, wo die eine Person sich zu Wasser auflöst. Nichts desto trotz hätte ich mir persönlich noch etwas mehr Action gewünscht, denn an einigen Passagen verläuft der Film etwas zu schleppend. Die Effekte reichen nicht immer aus, um den Zuschauer hundert prozentig zu unterhalten. Ein weiteres großes Manko, was sicherlich auch zu dem teilweise lahmen Eindruck beiträgt, ist die musikalische Unterstützung, die sehr mager ausfällt beziehungsweise fast gar nicht vorhanden ist. Oft spielen sich nur sehr leise musikalische Klänge im Hintergrund ab, die den Film sehr ruhig wirken lassen.
Die Besetzung lässt hingegen kaum Wünsche offen. Deutlich negativ auffallen tut eigentlich niemand. Und ansonsten werden die unterschiedlichen Filmfiguren auf jeden Fall zufriedenstellend von Patrick Stewart, Hugh Jackman und Halle Berry, um mal die bekanntesten zu nennen, verkörpert.
Fazit: Diese Comicumsetzung ist gut gelungen. Wenn man für weitere Fortsetzungen Verbesserungen anstreben will, dann sollte man noch an der musikalischen Unterstützung und einer andauernden Spannung arbeiten.