SEXY BEAST
Ich habe mir diesen Film eben zum dritten Mal angesehen und ich bin immer noch begeistert, geschweige denn das auch nur ansatzweise so etwas wie Langweile aufgekommen wäre. Das erste Mal habe ich mir den Streifen, in Ermangelung eines interessanter klingenden Titels, einfach ausgeliehen, ein bisschen mehr als nur in der Erwartung eines beschissenen Films -- ein Film der "Sexy Beast" heißt MUSSTE einfach scheiße sein. Aber dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil: "Sexy Beast" ist einer der besten Gangsterfilme, die es gibt, reiht sich nahtlos ein in die zu Unrecht wesentlich bekannteren Kollegen wie "Goodfellas", "Reservoir Dogs" oder "Scarface". Der Film ist vielleicht nicht besonders episch wie zuletzt genannte Filme, dafür hat man bei den Charakteren in "Sexy Beast" das Gefühl, es mit wirklichen VERBRECHERN zu tun zu haben: Große Schränke von Statur, wortkarg was den Beruf angeht, weil man eh schon alles erlebt und getan hat, die verdorbene Gossensprache, die Aktionen, die sich ins Gesicht gegraben haben -- mir ist kein Film bekannt, der das alles so überzeugend rüberbringt wie dieser. Sämtliche Figuren sind bis ins letzte Detail glaubwürdig psychologisierend dargestellt. Dazu hat sich der Regisseur getraut, auch ausgeflippte, vielleicht nicht ganz mainstreamkonforme Sachen, mitreinzubringen, die Traumsequenzen mit dem Teufel zum Beispiel. Schlichtweg als genial zu bezeichnen sind die minutenlangen Monologe von Ben Kingsley, der versucht den Ex-Gangster zu einem letzten Job zu "überreden" oder die ausgeflippte Bankraub-Geschichte, von der Idee bis zur Ausführung selbst. Mehr sei nicht verraten -- ANGUCKEN!
Fazit: Einer der besten Gangsterfilme überhaupt! 84 Minuten fesselndes Filmereignis, das seinesgleichen sucht.
10 von 10 Punkten