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Ex - Gangster Gal (Ray Winstone) genießt seinen Ruhestand in vollen Zügen. Er hat eine schöne Villa in Spanien und eine Frau, die er liebt. Mit seiner Vergangenheit hat er abgeschlossen. Als sich jedoch eines Tages ein Bekannter aus alten Tagen mit dem Namen Don Logan (Ben Kingsley) ankündigt, um Gal zu einem Einbruch zu überreden, ist es mit der Ruhe vorbei. Unter der Leitung von Teddy Bass (Ian McShane) sollen er und ein Team ein Schließfachunternehmen ausnehmen. Logan ist ein Widerling, wie er unsympathischer nicht sein könnte. Obwohl Gal nicht mitmachen möchte, wird er von Logan mit allen Mitteln verbal und körperlich traktiert. Schließlich ist er dann doch am vereinbarten Treffpunkt im verregneten London. Nur von Logan fehlt jede Spur...

„Sexy Beast“ läßt sich nicht so leicht einem Genre zuordnen. Regisseur Jonathan Glazer mixt komödiantische Elemente mit Stilmerkmalen des Thrillers und des klassischen Gangsterfilms. Heraus gekommen ist dabei ein durchaus interessanter Mix mit einem gut aufgelegten Schauspielerensemble.
Das große Plus des Films ist eindeutig seine Unvorhersehbarkeit. Die etwas stereotype Handlung wird derart geschickt erzählt, daß der Zuschauer absolut nicht weiß, was ihn als nächstes erwartet. Dies liegt zu einem Großteil an der Konstellation der Hauptfiguren. Durch den hitzköpfigen Charakter von Don Logan alias Ben Kingsley nimmt die Handlung ständig unerwartete Wendungen.
Zudem sind die beiden Hauptschauplätze, Spanien und London in enorm wirkungsvollen Bildern eingefangen worden, wodurch eine außergewöhnliche Atmosphäre entsteht.

Ein weiterer, positiver Punkt sind die überragenden Schauspieler. Ray Winstone spielt den Aussteiger Gal und wirkt dabei tatsächlich derartig hilflos gegen den diabolischen Logan, daß er einem wirklich leid tun kann.
Ben Kingsley liefert eine absolute Ausnahmeleistung in der Rolle des Don Logan. Oftmals fühlt man sich an die geniale Performance von Joe Pesci in „Casino“ und „Goodfellas“ erinnert. Der extrem wandlungsfähige Kingsley lotet alle Tiefen seines Charakters aus ohne jemals gekünstelt zu wirken. Völlig zu Recht gab es dann auch eine Oscar – Nominierung.
Eine besondere Erwähnung verdient auch noch Ian McShane als Gangsterboß Teddy Bass, der mit seiner eiskalten Aura in einigen Momenten an Christopher Walken erinnert. Auch er agiert absolut überzeugend.

Hört sich nach dem absoluten Hammer an? Das ist „Sexy Beast“ dann leider doch nicht geworden. Dazu ist die Rahmenhandlung einfach zu dünn. Auch wenn diese, wie eingangs erwähnt, absolut interessant und ungewöhnlich aufbereitet worden ist, hat man das Grundgerüst schon hundertmal zuvor gesehen. Über dieses Manko trösten dafür die glänzend aufgelegten Darsteller hinweg, so daß man „Sexy Beast“ bedenkenlos weiterempfehlen kann.
7/10 Punkte

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