Da WWE-Zugpferd John Cena offenbar keinen Bock mehr hatte und lieber 12 Rounds drehte hat man als Ersatz den Sohn des Million Dollar Man geschickt, um die Titelrolle in der Fortsetzung zu verkörpern. Das bringt auch gleich mehrere Vorteile gegenüber Kinderliebling Cena mit sich. Zum einen ist Ted DiBiase nicht so populär, weshalb der Film nicht zwangläufig fürs große Publikum vermarktet werden muss. Das erlaubt es dann auch, dass der Film eine Spur brutaler zugeht und der Hauptcharakter ein wenig "abgründiger" gestaltet werden kann (er will einen entwaffneten und zuvor gefolterten Gegner sogar exikutieren). Und zum anderen wirkt DiBiase wesentlich sympathischer als John Cena mit seiner ständig versteinerten Visage.
Von der Handlung her haben wir hier so was wie Stirb langsam in der Südsee. Ist nix Neues und auch die Frau des Marines ist natürlich in Gefahr, weil ein paar Terroristen ihren Arbeitsplatz, eine Ferienanlage, angreifen und Geiseln nehmen. Auf's örtliche Militär wird gepfiffen und der Marine schließt sich einer Söldner-Truppe an, um die Geiseln zu befreien. Doch wie das mit Söldnern nun mal so ist, kann man sich nicht immer auf sie verlassen, da sie bekanntlich für den Meistbietenden arbeiten. Darum muss der Marine schließlich (fast) im Alleingang den Tag retten...
Ebenso wie Ted DiBiase ist auch der restliche Cast weitestgehend unbekannt. Lediglich Michael Rooker (Cliffhanger) ist ein bekanntes Gesicht und er macht seinen Job auch ordentlich. Die Schurken sind hingegen allesamt austauschbare Fratzen, während Robert Patrick als Bad Guy eines der Highlights des Vorgängers war. Und die Marine-Frau sieht auch nicht mehr so geil aus wie Kelly Carlson.
Den Hochglanz-Look von Teil 1 hat man hier schnell abgelegt und die Optik ist düsterer. Dafür braucht's hier einige Zeit bis die Action in die Gänge kommt. Erst in der letzten halben Stunde geht's ordentlich zur Sache und DiBiase entledigt sich durch Gunpower und Nahkampf-Techniken seiner Gegner. Die Action ist im Gegensatz zum Vorgänger nicht ganz so Over The Top, aber immerhin geht's hart zur Sache. Als Actiondarsteller macht DiBiase einen guten Job, wenngleich er nicht so viel Muskelmasse wie Cena aufbieten kann. Dafür geht er eher taktisch vor, während Cena sich wie die Axt im Walde benommen hat. Und mit der Südsee-Location kommt auch ein wenig Abwechslung rein.
Logiklöcher gibt es auch hier, was sich jedoch bei Actionfilmen meistens eh nie ganz vermeiden lässt. So ballern die MG's trotz Schalldämpfer laut rum und die Terroristen stellen sich auch nicht grad intelligent an, wenn sie die Geiseln unbewacht lassen als ein Ablenkungs-Feuerwerk gestartet wird.
Insgesamt ist The Marine 2 ein durchschnittlicher Actionfilm, der verglichen mit dem Cena-Streifen Vor-, aber auch Nachteile mit sich bringt. Ein wenig schwächer als sein Vorgänger ist er schon, wenngleich ich Ted DiBiase Cena in solchen Rollen jeder Zeit vorziehen würde.