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Wie du mir, sadomaso ich dir


Angelegt als Prequel zu einer der berühmtesten, literarischen Schauergeschichten aller Zeiten folgen wir zwei Waisenkindern in ihrem riesigen Landhaus, wo sie vor allem vom charismatischen Gärtner viel fürs Leben lernen… und für den Tod. Oder sogar für das Bett, da dieser eine wilde Liaison mit der Haushälterin führt, die auch gerne mal mit Schmerzen und Seilen einhergeht. Dass das die Kleinen nicht gerade positiv beeinflusst, dürfte klar sein…

„Nightcomers“ fängt diese literarische Gothic- und Schauerromantik stark ein. Und dass Brando hier gefühlt richtig motiviert und kreativ mitgewirkt hat, kann man nur Coup nennen. Der Staub ist fast riechbar, die sexuellen Sadomasospielchen sind erstaunlich freizügig und wirken sehr echt. Brando kann bekanntlich Sex sehr leidenschaftlich und authentisch spielen (ich sage nur „Last Tango In Paris“). Doch hier bekommt das mit den zuschauenden Kids natürlich nochmal andere creepy Dimensionen. Und das Ende ist dann richtig strikt und rigoros. Wer also auf (hier noch ganz menschlichen) Geistergrusel a la Hill House Haunting steht, sieht hier das Prequel zu einem Urvater dieser Richtung. Interessante Ansätze über Traumata, Abgeschiedenheit, Frühreife und Einsamkeit. Die Kinderdarsteller sind für ihre Zeit erstaunlich gut und, wenn überhaupt, dann nur gewollt nervig. Daher gibt es hier immer etwas zu sehen - von Bettgymnastik samt Seilen und Riemen bis zu mörderischen Minis. 

Fazit: interessantes, gewagtes und atmosphärisches Vorspiel einer der legendärsten Gruselgeschichten überhaupt. Inklusive Brando mit Lust und Leidenschaft. Gothicgruselgeheimtipp! 

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