Review

Weihnachten naht und somit haben die Vorbereitungen im Hause Griswold begonnen. Das heißt Baum ranschaffen, Beleuchtung am Haus anbringen und sich auf den Besuch der buckligen Verwandtschaft einstellen. Dabei will Papa Clark natürlich das perfekte Familienweihnachten abliefern, was entsprechend nicht funktioniert. So fährt „Christmas Vacation“ allerlei Situationen auf, die einem mehr oder minder in vielleicht auch abgewandelter Form bekannt vorkommen dürften. 

Der Streifen erinnert in seiner Machart an „Scrooged“ aus dem Vorjahr und bedient sich ähnlicher Mechanismen. Überwiegend einfach nur laut und wenig clever nimmt der Film die selbst eingestreuten satirischen Spitzen auf Familie, Kapitalismus und das ganze Weihnachtsgedöns und feiert das wiederum dann selbst szenenweise ab. Man weiß eigentlich nie, wie man das Ganze hier nehmen soll, letztlich sieht man einfach einem Haufen überzeichneter Figuren zu, wie sie durch ihre eigenen Handlungen das Unheil vergrößern – und am Ende belohnt werden (das waren die 80er, Anm. d. Red.). 

Natürlich veralbert „Christmas Vacation“ Verhalten sowie Erwartungen in Bezug auf das Fest, das ist der Grund für seine Existenz. Wirklich warm werde ich mit der Präsentation und dem Humor aber nicht.
Es gibt eine Szene kurz vor Ende, die das Dilemma zusammenfasst. Wenn Clarks Vater nach dessen  Ausraster zu ihm sagt, dass das gar nicht zu ihm passt, weil Clark doch selbst ein viel zu guter Vater dafür sei. Glatt gelogen, schon die erste Szene im Auto zeigt, was für ein Typ er ist. Man mag spätestens hier dem Skript unterstellen, sein Publikum für so bekloppt wie seine Figuren zu halten. Und es ist nur ein Eichhörnchen, meine Güte.

„Play ball!“

Noch so ein Film, dessen Status sich mir nicht erschließt. Aber hey, Geschmäcker sind verschieden und das ist fein. Für mich funktioniert die humoristische Präsentation in „Christmas Vacation“ weder über die Figuren noch den Slapstick oder die satirischen Elemente ausreichend gut, auch wenn es eine Handvoll witziger Szenen gibt. Der Film spielt die vor ihm liegenden Vorlagen bezüglich des Weihnachtsfests und dem alles durchsetzenden kapitalistischen Eifer nicht pointiert aus und bleibt lieber auf der lauten Seite. Am Ende lache ich nicht mit den Figuren, nicht über sie, eigentlich so gut wie gar nicht. 

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