Valhalla Rising von Nicolas Winding Refn erzählt in 88 weitgehend schweisamen Minuten die Geschichte von "One Eye", einem stummen, einäugigen Wikingerkrieger.
Dieser wird anfangs von einem heidnischen Wikingerstamm als eine Art Gladiatorensklave gehalten. Nachdem ihm die Befreiung gelingt, trifft er in Begleitung eines kleinen Jungen (der für ihn spricht) auf christliche Wikinger, die die Beiden auf eine Fahrt ins heilige Land mitnehmen. Doch diese führt nicht nach Jerusalem, sondern eher ins Herz der Finsternis...
Der Film ist nicht immer leichte Kost. Die Geschichte wird weitgehen durch beindruckende, meist mit leichtem Farbfilter versehene Bilder erzählt. Gegen Ende des Film wird sie zudem ziemlich "abgedreht" - ein typisches Hollywood-Ende sollte man nicht erwarten.
Die durchweg sehr guten Darsteller (angeführt vom sehr überzeugenden "Le Chifre" Mads Mikkelsen), die schön unaufgerege Kamerarbeit und die kurzen, knackig-heftig in Szene gesetzen Kämpfe sorgen aber dafür, daß der Film nur an wenigen Stellen in Richtung "anstrengender, am Zuschauer vorbeigehender Kunstfilm" abzudriften droht.
Wer kein "Winkinger-300" erwartet, sondern sich mit einer Art "Schweisamem Wikinger-Apocalypse Now" anfreunden kann, sollte sich Nicolas Windig Refns neuen Film ruhig anschauen. 8/10 - wenn man in der Stimmung für was Neues ist, 5/10 wenn man leichte Unterhaltung sucht.