Ahoi!
Der neueste Film von Nicolas Winding Refn ist vieles, aber eines bestimmt nicht: massentauglich. Wer ein Spektakel im Stil von "300" oder eine klassische Interpretation wie "Die Wikinger" erwartet, wird enttäuscht. Am ehesten erinnert der Film an "Aguirre - der Zorn Gottes" von Werner Herzog. Auch Anklänge von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" sind deutlich.
Winding Refn machte aus Bronson auch keinen typischen Knast-Film. Er scheint Stanley Kubrick zu mögen, denn bei Bronson dachten viele an Clockwork Orange, bei Valhalla Rising könnte man an 2001 denken. Der Stil ähnelt dem von Kubrick.
Aber nun zur eigentlichen Meinung, den Kritik gibts keine!
Der Film ist ausgesprochen gut fotografiert, wer die Möglichkeit hat, die Blu-Ray zu sehen, sollt dies auch tun. Die Bildsprache ist ruhig, die ursprüngliche Natur wird sehr gut eingefangen. Bei den Schauspielern sticht natürlich Mads Mikkelsen hervor, der die Rolle stoisch ausfüllt, effektiv und passend. Wer sich jetzt denkt, daß der geringe Dialog negativ sei, dem kann ich nur sagen: Früher wurde eben nicht so viel gequasselt! Rübe ab, Gedärme raus und der Standpunkt war klar in der rohen Wikingerzeit.
Der Film bietet viele Möglichkeiten an, ihn zu deuten. Das ist beabsichtigt und konsequent umgesetzt. Selten in der heutigen Filmlandschaft, daß ein künstlerisch anspruchsvoller Film sogar sehr spannend sein kann. Und viel cooler als der übliche Hollywoodkram.
Man muß froh sein, das es noch Regisseure und Autoren wie Nicolas Winding Refn gibt die, ohne reine "Kopierer" wie Tarantino zu sein, ihre eigene Vision umsetzen (können).
Gruß in den hohen Norden!