Kevin Bacon spielt einen Wissenschaftler, der mit seinem Team bei einem geheimen Forschungsprojekt ein Mittel entwickelt, mit dem er Lebewesen unsichtbar und wieder sichtbar machen kann. Nachdem das Mittel bei einem Affen funktionier, startet der ehrgeizige Forscher einen Selbstversuch und lässt sich verschwinden, als der Versuch, ihn später wieder sichtbar zu machen jedoch scheitert, beginnt er mit seiner neu gewonnen Macht zu spielen.
Mit "Robocop" und "Total Recall" schuf er zwei Kultwerke des Action-Kinos, mit "Basic Instinkt" feierte er ungeahnte Erfolge, lieferte den wohl besten Erotik-Thriller aller Zeiten und brach mehrere Tabus, bevor er schließlich mit "Starship Troopers" einen weiteren Kultfilm kreierte, bei dem er Action, Gewalt und Blut nonstop servierte. Aber all diese Erfolge liegen in weiter Ferne, da sich "Hollow Man" als Flop erwies und Kultregisseur Paul Verhoeven infolge dessen beschloss, mehrere Jahre keinen Film zu drehen und sich erst 2006 mit dem Drama "Black Book", das er in seinem Heimatland, den Niederlanden, abdrehte, zurückmeldete. Dabei ist "Hollow Man" sicherlich nicht so gut, wie beispielsweise "Basic Instinkt" und mit seiner Konventionalität vor allem deshalb enttäuschend, da Verhoeven eigentlich dafür bekannt ist, dass er keine 0815-Ware auf den Markt bringt, aber alles in allem ist es auf jeden Fall ein überdurchschnittlicher Mystery-Thriller.
Die Grundidee um einen Unsichtbaren, der langsam aber sicher seinem Größenwahn erliegt, ist nicht gerade neu. Dabei ist auch die restliche Charakterkonstruktion ungeheuer flach und die Geschichte um Bacon und seine Ex-Frau, die nun mit seinem Kollegen liiert ist wirkt so unglaublich aufgesetzt, dass man keine der Figuren wirklich für voll nehmen kann. Der Rest der Story bleibt auch in den altbekannten Handlungsbahnen des Genres und überrascht zu keinem Zeitpunkt, zumal der Film viel zu eindeutig und kalkulierbar auf sein Finale, das Duell zwischen dem Unsichtbaren und seinen ehemaligen Kollegen hinausläuft. Darüber hinaus zieht sich das Finale leider unnötig in die Länge, da Verhoeven den Kampf zu sehr in die Länge zieht.
Im Endeffekt ist es also die Inszenierung, die "Hollow Man" über das graue Mittelmaß hebt. Der Score von Jerry Goldsmith zündet einmal mehr voll und ganz, womit es Verhoeven recht leicht fällt, eine gespannte Atmosphäre aufzubauen und aufrecht zu halten. Darüber hinaus ist der Film auch optisch sehr gut gelungen. Die Spezial-Effekte haben einen enorm hohen Schauwert, sind stellenweise sogar faszinierend und auch die Action-Sequenzen können durchaus überzeugen. Das Erzähltempo ist relativ schnell, womit kein Leerlauf erzeugt wird. Handwerklich leistet Verhoeven also einmal mehr sehr gute Arbeit und liefert einen rundum unterhaltsamen Mystery-Thriller ab.
Darstellerisch gibt es nichts zu bemängeln, zumal Verhoevens Akteure aufgrund der flachen Charakterkonstruktion und der zahlreichen Spezialeffekte kaum Chancen haben, wirklich zu brillieren. Kevin Bacon spielt mal wieder makellos und findet sich nach "Sleepers", "Echoes" und "Wild Things" erneut perfekt in seiner suspekten Figur zu Recht, da diese jedoch die meiste Zeit unsichtbar ist, wird sein Part eher zu einer Nebenrolle abgewertet. Elisabeth Shue und Josh Brolin wissen ebenfalls zu überzeugen und geben durchaus ein charmantes Paar ab, womit sie sich die Sympathie des Zuschauers sichern.
Fazit:
Wer von Paul Verhoeven einen innovativen und kompromisslosen Film erwartet hat, wird von dem eher konventionell gehaltenen "Hollow Man" mit seiner schwachen Charakterkonstruktion und seiner 0815-Handlung enttäuscht werden. Mit den makellosen Darstellerleistungen, den sehenswerten Spezialeffekten und der düsteren Atmosphäre mit dem starken Score von Jerry Goldsmith ist "Hollow Man" dennoch ein überdurchschnittlicher Thriller, bei dem nur das etwas zäh in die Länge gezogene Finale stört.
68%