Review

Aus dem wirklich guten Thema Unsichtbarkeit wurde trotz Paul Verhoevens Regie ein nur durchschnittlicher Film. "Hollow Man" ist bei weitem nicht der erste Streifen, der sich mit der Unsichtbarkeit beschäftigt. Trotzdem hätte die Story durch interessant werden können. Aber leider tut sie das nicht.
Das lingt schon mal an den geringen Freiheiten, die Sebastian gelassen wurden. Nur sehr selten sieht man, wie er dem sterilem Labor entflieht und sich als Unsichtbarer in der "freien Wildnis" bewegt. Die Möglichkeiten, die Sebastian hat, nutzt er wahrscheinlich auch. Das Problem ist bloß, dass der Zuschauer davon nichts zu sehen bekommt. So streiten sich zum Beispiel die Geister darum, was mit der Frau passiert ist, die Sebastian aus seinem Fenster immer beobachtet hat. Man kann es sich zwar denken, aber wirklich Gewissheit bekommt man nicht.
Aber das sind nicht die einzigen Schwachpunkte bei der Handlung, denn in den letzten 20 Minuten sprengt der Film die Grenzen zum Realismus fast vollständig. Da befreit man sich dann schonmal in MacGyver-Manier aus mehr als brenzlichen Lagen oder andere Personen sterben nachdem sie mit dem Flammenwerfer gegrillt worden, mit einem Brecheisen einen auf den Schädel bekommen haben und danach noch durch einen Stromschock nochmal geröstet wurden immer noch nicht.
Auch entwickelt sich in einem Fahrstuhlschacht, bei dem ganz unten eine Explosion stattfand, anscheind überhaupt keine Hitze nach oben, sodass man dort in aller Seelenruhe an der Leiter umherturnen kann.

Allein dadurch, dass man nur wenig Einblicke in das Leben eines Unsichtbaren bekommt, wurde schon viel Story verschenkt. Und auch an vielen anderen Passagen hapert es in Punkto Realismus gewaltig. Von Verhoeven erwartet man dann zumindest Entschädigung in Sachen Action. Aber auch hier wird man enttäuscht. Das größte Augenmerk liegt nämlich auf den Special Effects, die besonders zu Anfang recht schön anzuschauen sind, aber teilweise zu "technisch" gemacht sind. Das heißt, man merkt doch zu deutlich, dass hier viel im Computer animiert wurde.
Mit brutalen Szenen sparte Verhoeven, der schon in den bekannten Werken "RoboCop" oder "Starship Troopers" die Regie übernahm, überraschenderweise. Es dauert sogar recht lange bis sich auf diesem Gebiet überhaupt etwas tut. Bis auf ein oder zwei Szenen ist der Film doch ziemlich harmlos.

Insgesamt wurde hier viel verschenkt. Die Darsteller können auch keine Bäume ausreißen und so bleibt "Hollow Man" nur auf durchschnittlichem Niveau.

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