Der Film wurde vorab im Rahmen des Fantasy Film Festes 2009 als Special Screening gesehen.
Man kann den Film in einem Wort beschreiben UNIQUE. Es ist ein einmaliges Science-Fiction Ereignis. Viele schreiben ist ist der SF Film des Jahrzehnts, das muss sich sicher noch beweisen, aber auf jeden Fall ist er dafür ein mehr als gerechter Bewerber.
Das setup ist einzigartig. Es geht nicht um Aliens die die Erde angreifen oder unterwandern. Sondern sie leben in einer Art Ghetto (District 9) nahe Johannesburg unter schlechten Umständen und chaotisch versucht jeder Alien samt Anhang das beste aus der Situation zu machen. Das Mutterschiff schwebt imposant direkt über dem Gelände. Diese Story ist natürlich weltklasse und so noch nicht im Detail vorgetragen worden. Ich will aber nicht zu viel vom Inhalt verraten.
Eins ist aber sicher: Ich kenne alle massgeblichen historischen und aktuellen Aliens-, Monster und SF Movies. Die Special Effects in bezug auf die Aktion der Aliens mit der Realwelt sind die besten die bislang jemals in einem Film gezeigt wurden. Und das vor allem mit einem Budget von "nur" 30 Mio !!! Niemals wird auch nur ein Zweifel für eine Sekunde laut, dass es sich nicht um ein reales Geschehen handelt. Es ist einfach fantastisch und macht eine Komponente des speziellen Reizes des Films aus.
Die Aliens selbst sind vom Aussehen her sehr detaillreich dargestellt und am ehesten mit Predatoren zu vergleichen. Die einheimischen Menschen nennen sie übrigens "Prawns". Im Laufe des Film kommt dann noch heftige Action auf bei der auch wieder tricktechnisch Streifen wie "Trannsformers" sehr alt aussehen. Vom ganzen Look her könnte das ganze auch eine asiatische Produktion sein in bezug auf den absolut nicht glatten vorgetragenen Look auch versteckte genrebezogene Ironie.
Anfangs noch sehr im dokumentarischen Stil gehalten der schon ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, immer wieder Interview- und TV Ausschnittte mit der Situation vor Ort. An einem bestimmten Punkt geht das ganze in eine lineare Real-Handlung über und der menschlische Protagonist tritt in den Mittelpunkt der Handlung. Dieser macht seine Sache hervorragend.
Denkt man anfangs noch was das alles soll und warum er so im Mittelpunkt steht wird es im Laufe der Handlung klar und die Ereignisse überrollen einen förmlich und man wird schaudernd mitgetragen von den Ereignissen. Mit einem schönen Storytwist steuert man das auch das actionreiche Finale zu dass es in sich hat. Wie gesagt, es soll hier alles SPOILERFREI ablaufen damit keinem die Spannung genommen wird.
Vergleiche hinken meist, aber wem die Filme ALIENS (Aliens selbst), PREDATOR, KRIEG DER WELTEN, 12 MONKEYS, (Look) TRANSFORMERS (nur wg. Effekten im 2. Teil) gefallen haben und wer auch einen kleinen Hang zum Absurden hat wird den Film wahrscheinlich Weltklasse finden. Mir fällt ansonsten kein richtiger Vergleich ein, der Film ist wie gesagt einzigartig. NIcht falsch verstehen, der Film hat wirklich nicht viel mit den o.g. Blockbuster Movies gemeinsam in bezug auf die Zielgruppen. Es ist nur teilweise der Look und Äusserlichkeiten, also eben nur Teilaspekte. Inhaltlich und narrativ steht der Film ziemlich einzigartig da. Die Verknüpfung eines Apartheiddramas mit SF Elementen gelingt grossartig und ist Zentrum der Uniqueness des Films.
Das Ende ist auch "phett" und postiv philosphisch vorgetragen. Einzig abwertend ist für mich persönlich dass ganze so platt nach Johannesburg zu verlegen und damit wird einem die Analogie der Apartheid in bezug auf die farbigen Einwohner auf die Aliens übertragen. So mit dem Dampfhammer hätte man es nicht aufsetzen müssen. Das hätte man auch in jedem anderen Kontext eine Stadt auf der Erde verstanden. Leicht abwertend auch für mich der etwas fahrige 1. Teil des Films der relativ lange in wackeligen "Dokumentaraufnahmen" verharrt und etwas lange braucht um dann im 2. Teil auf den Punkt zu kommen. Auch die Anspielungen und Handlungen in bezug auf die Jungtier-Aliens sind doch etwas zu einfach und sympathie-heischend in Szene gesetzt.
Diese Punkte zusammengenommen waren für mich spontan der Fall von der 9 auf die 8er Bewertung zu gehen. Eine 10 vergebe ich recht selten und dazu muss mich ein Film schon menschlich sehr tief berühren und dass hat er nicht getan. Der Film ist auf jeden Fall eine 8 bis 9, ja. Ich bleibe also mal bei einer 8. Hochgegriffen ist schnell, in einer Nachbetrachtung ändert man ja manchmal seine Bewertung nach oben und unten noch.
Erfreulicherweise ist es aber kein schöner Alienfilm für die Familie, dafür ist die Szenerie zu dreckig und "erwachsen" und es platzen zu viele Schädel. Interessant ist, dass das Ende so geschickt offen ist, dass eine Fortsetzung ganz einfach mögich wäre. Ich bin nicht informiert ob es geplant ist, es muss auch nicht sein, der Film ist auch so eine sehr runde Sache. ABSOLUT SEHENSWERT !!!!!!