Mit "District 9" kann Peter Jackson (Braindead, Herr der Ringe, King Kong) einen weiteren Erfolg verbuchen. Mit seiner Produktionsfirma Wingnut war er lediglich für das verhältnismäßig geringe Budget von circa 30 Millionen Dollar verantwortlich. Jackson gefiel das Drehbuch des gebürtigen Südafrikaners Neill Blomkamp, der gleichzeitig als Debütant auf dem Regiestuhl platznehmen durfte.
Normalerweise wenn es um Ausserirdische geht, landen diese immer in den USA, doch diesmal hat es sie nach Südafrika verschlagen, nach Johannesburg um genau zu sein. Im Jahre 1982 tauchte ein großes UFO über Johannesburg auf, im Inneren befanden sich zigtausende von Ausserirdischen, hier auch "Shrimps" genannt. Man extrahierte sie von der menschlichen Rasse und steckte sie in ein umzäuntes und schwerbewachtes Gebiet, namens "District 9".
Gedreht wurde wirklich in den South Western Townships in Johannesburg, welche den Meisten als Soweto bekannt sein dürfte. Soweto ist neben Khayelitsha in Kapstadt, der gefährlichste Ort in ganz Südafrika. Aber ein idealer Ort, um die Armut des Landes perfekt einzufangen und gleich eine ordentliche Portion Sozialkritik unterzubringen. Den "Shrimps" geht es so ähnlich wie dem Großteil der Bevölkerung. Sie leben in Blechhütten, haben nichts zu essen und werden immer krimineller. Da es immer schlimmer wird, will die MNU (Multi National United) die Aliens in "District 10" umsiedeln. Diese Aktion leitet der Beamte Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley). Mit einer Armee dringt man in "District 9" ein. Dabei infiziert sich Wikus mit Alien-DNA und verwandelt sich langsam in einen "Shrimp". Von nun an wird er von seiner eigenen Firma gejagt.
Im Endeffekt geht es mal wieder nur um Waffen, denn die MNU befasst sich mit Waffentechnologie und natürlich will man sich die schlagkräftigen Waffen der Aliens zu Nutze machen. Doch die sind DNA gesteuert und können von Menschenhand nicht abgefeuert werden. Da dem armen Wikus bald ein Alienarm wächst, muss er grausame Experimente über sich ergehen lassen, bevor er schließlich fliehen kann. In "District 9" versteckt er sich vor dem brutalen Koobus Venter (David James) und dessen Armee. In Alien Christopher findet er bald einen Verbündeten. Denn Christopher und sein Sohnemann haben unter ihrer Blechhütte ein kleines Raumschiff versteckt, mit dem sie zum Mutterschiff fliegen können. Doch um dieses überhaupt starten zu können, benötigt man die Flüssigkeit, mit welcher Wikus infiziert wurde und die befindet sich im Hauptquartier der MNU.
Es dauert nicht lange, bis sich "District 9" in eine simple Actionorgie verwandelt. Immerhin bleibt die Kamera stets kreativ. Blomkamp erzählt seinen Film mit Hilfe von Fernsehberichten, wo man auch Augenzeugen und Wissenschaftler zu Wort zu kommen lässt. Die Wackelkamera kommt auch oft zum Einsatz, in einigen Sequenzen fühlt man sich mitten im Geschehen. Wirklich gelungen sind auch die Aliens, die sogar eine eigene Sprache haben, für uns natürlich unverständlich. Die CGI-Effekte sind aber auf hohem Niveau, so konnte man den Ausserirdischen auch Mimik und Gestik verleihen. Es wirkt aber bisweilen ein bisschen lächerlich, wenn die Shrimps miteinander sprechen.
In der zweiten Halbzeit geht es dann auch richtig rund, wenn Wikus und Christopher das MNU-Hauptquartier stürmen, um die Flüssigkeit zu holen. Und schließlich gilt es noch den Kampf gegen Koopus und seine Einheit zu bestehen. Obendrein mischen noch ein paar Nigerianer mit, dessen Anführer isst Aliens, um deren Stärke zu erhalten. Ein wahres Bleigewitter lässt Blomkamp auf den Zuschauer los, die Waffen der Ausserirdischen sorgen für immense Sachschäden und Wow-Effekte. Ein wenig zuviel des Guten ist nur, wenn man Schweine als Wurfgeschosse verwendet, oder Raketen in der Luft auffängt. Aber ansonsten macht die Krawumm-Orgie richtig Laune. Zweitweise geht Blomkamp ziemlich kompromisslos zur Sache, besonders wenn die Waffen der Aliens zum Einsatz kommen. Da darf schon mal der ein oder andere menschliche Körper explodieren und das Blut ordentlich sudeln. Daneben gelingt es ihm aber auch noch ein paar dramatische Momente unterzubringen.
Eine tolle Grundidee, die man zu klischeeträchtig, übertrieben und vorhersehbar umgesetzt hat. Die Effekte sind auf höchstem Niveau, das geringe Budget sieht man "District 9" zu keiner Zeit an. Die größtenteils unbekannten Darsteller wissen zu überzeugen und die Action haut in Hälfte zwei richtig rein. Ich habe zwar mehr erwartet, aber insgesamt kann sich die Jackson-Produktion wirklich sehen lassen.