Raging Phoenix
Thailandaction Hand,- und Hausgemacht mit der aus "Chocolate" bekannten JiJa Yanin in einer weiteren Hauptrolle. Leider kann der Film zu keiner Zeit die Klasse ihres Vorgängers erreichen. Zu hölzern agieren die Darsteller, viel zu dämlich ist der Plot und äußerst selten bekommt man richtig geilen Martial Arts zu Gesicht. Auch hätte man lieber die Laufzeit beschneiden sollen, denn so wäre uns manche Lächerlichkeit eventuell erspart geblieben. Aber fangen wir von vorne an.
Die Story um eine Gruppe rachsüchtiger Alkoholjunkies (Sanim, Bullshit, Pigshit und Dogshit), deren tödlicher Kampfstil auf viel Alkoholkonsum basiert (nur so kann man sich Frei von allen Gedanken machen), beginnt konventionell und typisch für diese Art der Unterhaltung. Allerdings wird es später wirklich sehr bescheuert. Nämlich als Deu (JiJa Yanin) erfährt das Sie, genau wie etliche andere attraktive Frauen, von einem Gangsterring verschleppt wurden oder werden, damit man aus ihnen ein Parfüm gewinnen kann. Ein seltener Wirkstoff ermöglicht dies. Seine Konsumenten werden berauscht und süchtig. Kopf dieser Bande ist, welche Überraschung, eine Frau. Naja, am Ende wird die Organisation zerschlagen und man wendet sich neuen Zielen zu.
Oh mein Gott, dass ist sogar für nen asiatischen Film heftig (schlimm vor allem deshalb weil der Film sich auch noch ernst nimmt). OK bei Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" funktionierte diese Idee hervorragend, allerdings lebten seine Charaktere auch von einer ordentlichen Zeichnung der Figuren. Hier sind es fast schon Dummköpfe die auch noch übermäßigen Alkoholkonsum verherrlichen. Da wird gesoffen und gekotzt, immer und immer wieder. Und diese Trainingphase ist wichtig um ein guter Kämpfer zu werden. "Du musst saufen um nicht zu denken, denn nur dann bist du innerlich frei und dein nächster Zug ist nicht vorhersehbar !! Naja zumindest hat es den Anschein. Später erklärt "Bullshit" das Ganze noch etwas genauer.
Aber auch damit käme ich klar, wenn die Martial Arts-Action mitreißen würde. Doch während die Kamera teilweise tolle, farbenfrohe Bilder präsentiert, gab es bei den Fightszenen wenige wirklich knackige Momente zu sehen. Hier hieß es eindeutig Masse statt Klasse, denn die Gewichtung der Kampfszenen viel sehr üppig aus. Zwar haben sich die Macher als sehr einfallsreiche Choreographen erwiesen, immerhin - die gezeigten Fights bieten viel Abwechslung und dieser, einem Tanz ähnelnde, Kampfstil bietet so manche Möglichkeit, doch leider fehlt hier Dynamik, Power und vor allem Härte. Es überwiegen Akrobatik und Sprungtechniken, Stunts und viel Drahtseilgekloppe.
Irgendwie ist es echt schade, denn Potential wäre vorhanden gewesen. Bei der Laufzeit von gut zwei Stunden machen sich dann im letzten Drittel doch einige Längen bemerkbar. Darunter leidet das Tempo, trotz der vielen Action. Auch die Tatsache, dass die wirklich kleine JiJa Yanin sämtliche gegnerischen Kaliber umhaut, missfällt und outet sich als überaus unrealistisch. Klar, solche Mankos sollte man nicht hinterfragen und im Normalfall ist das auch gar kein Problem für mich, aber irgendwie stören diese Faktoren mehr wie man meint. Im Bereich Schauspiel wird man diesbezüglich auch fündig. Dies könnte ich noch ewig so weiterführen, doch tät ich der Produktion dann im Unrecht. Man sollte nicht zu blauäugig an den Film heran treten!
Allerdings hätte ich trotzdem mal lieber mehr Alkohol konsumieren sollen, so von wegen Kopf leer machen und nicht denken, dann hatte ich all die Ironie verstanden und mehr gefallen an "Raging Phoenix" gefunden. Action ganz Okay, der Rest Bullshit.
6/10