Dass die Storylines thailändischer Martial-Arts-Movies zweimal auf jeden Bierdeckel passen, dürfte dem geneigten Zuschauer bekannt sein. Man nehme z.B. die Mutter aller Thai-Klopper Ong Bak: Dorf wird Artefakt gestohlen! Typ fährt in die Stadt, haut alles um und holt es zurück! Das kriege ich locker zweimal auf den Deckel!!!Ich möchte aber ja eigentlich Fighting Beat 2 besprechen. Im Original „Du Suay Dua“. Was in Deutsch wohl so viel heißen muss wie „Verkauf mich aus Marketinggründen als Fortsetzung eines anderen Films“. Denn Fighting Beat 2 hat außer seinem Herstellungsland absolut gar nichts mit seinem angeblichen Vorgänger zu tun. Und wo wir grad beim Marketing sind, Vertreiber Sunfilm wirbt mit dem Slogan „Martial Arts vs. Streetdance“. Auch mit Streetdance hat die ganze Chose nichts am Hut. Allerdings lässt sich eine DVD mit dem Aufdruck „Martial Arts vs. Komasaufen“ vermutlich schwer in die Regale der Händler bringen. Was mich endlich wieder zurück zum Thema Handlung bringt: Eine Gruppe Schwerstalkoholiker befreit Frauen aus einem Fängen eines Menschenhändlerrings. Tja, viel mehr gibt es tatsächlich nicht zu sagen…außer vielleicht, dass drei Mitglieder der Gruppe die (Spitz)Namen „Pigshit“, „Dogshit“ und „Bullshit“ tragen. Kein Witz! Immerhin sind das auch drei geeignete Begriffe um die Story des Films zu beschreiben! Warum aber schauen wir uns solche Filme überhaupt an? Richtig! Wegen der Fights! Mit an Bord haben wir ja immerhin JiJa Yanin. Ihres Zeichens die weibliche Antwort auf Tony Yaa und Hauptdarstellerin in Chocolate…süß und tödlich. Da kommen wir schon zum eigentlichen Problem. Die Kämpfe bleiben merkwürdig lahm. Nicht dass die Choreographien nicht –wie aus Thailand gewohnt- recht gut und spektakulär wären, aber ihnen fehlt irgendwie der Drive und die Dynamik, die Filme wie Ong Bak oder eben Chocolate…süß und tödlich, auszeichnen. Irgendwie erinnert das Ganze ein wenig an das Drunken-Boxing der Drunken Master Filme. Aber während dieses zu einfach zu Jackie Chans Kampfstil passt, passt es zu dem wesentlich härteren Muay-Thai-Aktionen, wie Bollywood-Tanzeinlagen zu Rambo.Schauspielerisch gibt sowieso wenig bis gar nichts zu melden. Aber wer über eine solche Körperbeherrschung wie die Darsteller in diesem Film verfügt, dem sei verziehen, dass sein Schauspiel wie aus einer Sendung des nachmittäglichen HartzIV-TV wirkt.Trotz allem kann man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert nicht abstreiten. Sei es durch diverse unfreiwillig komische Szenen oder auch den ein oder anderen spektakulären Move. Positiv zudem ist, dass der teilweise arg alberne asiatische Humor diesmal nicht so aufdringlich wirkt. Ob das dem Drehbuch oder der deutschen Synchronisation geschuldet ist, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Unter’m Strich bleibt ein weiterer Film der es aus Thailand nach Deutschland geschafft hat und Freunden des Genres teilweise zusagen dürfte. Einige werden enttäuscht sein keine Fights im Stil von Ong Bak zu sehen zu bekommen. Andere werden ihre Freude an dem neuen, abweichenden Stil haben. Punktevergabe? Hmmmm…schwer!!! Ich runde auf…06/10 (als Fan des Genres), aber objektiv wohl eher max. 03/10.