Sehr schöner, vorurteilsfreier Film der das "Coming out" einer jungen Frau behandelt. Zur Story: Kati (Mausi) hat vom Dorfmief genug und zieht aus dem Kuhkaff in die Großstadtmetropole Hamburgs. OK, der Job im Bioladen ist nicht das was sich Kati als Traumjob vorgestellt hatte aber für den Anfang immer noch besser als nichts. Auf einem nächtlichen Streifzug lernt sie die flippige Jo kennen und verliebt sich unglücklich da Jo keine feste Partnerschaft möchte. Nachdem die Tränen getrocknet sind bleibt jedoch eine Freundschaft zurück.
Eines Tages lernt sie Yumiko, die im Laden einkauft, kennen. Aus anfänglicher, zaghafter Schwärmeieri wird schnell mehr und bald sind die beiden ein Paar. Im Gegensatz zu Yumiko hat Kati jedoch Probleme ihre Liebe offen zu zeigen. Jo schlägt ihr daraufhin eien Rosskur vor: Sie muss zurück ins Kuhkaff und ihrer Mutter reinen Wein einschenken. Bald darauf sitzt Kati sammt Coming Out Ratgeber in der Bummelbahn und fährt Richtung Heimat. Ihre Mutter nimmt es dem ersten Anschein nach gelassen "Dat Inge Meysel is ja auch lesbisch" rät ihr jedoch damit besser nicht hausieren zu gehen, "De Leute eben".
Ihre verknöcherte Schwester sieht dies jedoch ganz anders. Diese macht sich Sorgen um ihren Ruf (was werden die Leute denken etc. blablabla). Als Kati die Neuigkeit dann auch noch ihrer ehemals besten Freundin Sonja erzählt und diese den Mund nicht halten kann weiss bald darauf das ganze Dorf bescheid und die arme Kati muss sich von den Dorfprolls und den Schützendeppen einige unschöne Kommentare anhören. Als dann auch noch Sonjas Freund dieser jedwegen Umgang mit Kati verbietet hat diese endlich genug. Sie steigt wieder in die Bummelbahn Richtung Hamburg zu den "normalen" Leuten.
Aber auch ihre Mutter hatte ihr persönliches "Coming Out". Von nun an lässt sie sich von ihrer älteren Tochter nicht mehr das Rauchen verbieten und steht demonstrativ mit Kippe im Mund in der Küche. Klasse! Fazit: Überzeugend gespielt, erfrischend Vorurteilsfrei und keine Minute langweilig. Wer glaubt die Rollen der Dorfprolls seien Übertrieben den kann ich eines besseren belehren. Solche Typen gibt es tatsächlich.