Zur Thematik war zwar spätestens mit Teil 3 im Jahr 2006 nun wirklich alles gesagt, doch Cashcows werden in Hollywood gnadenlos zu Tode gemolken und so flimmert anno '09 der nunmehr vierte „Final Destination"-Streifen über die Kinoleinwände: Da den Machern sonst schon nichts mehr einfiel, dem totgetretenen Konzept etwas sinnvolles hinzuzufügen, sprangen sie hierbei auf den scheinbar schwer im Kommen befindlichen 3-D-Zug auf und lassen dem Zuschauer im aktuellsten Kettenreaktions-Massaker Blut und Körperteile in chicer Räumlichkeit um die Ohren fliegen. Dass Nr.4 nur noch ein müder, repetitiver, lau seine Vorgänger kopierender Abklatsch des genialen Konzepts ist, mit dem James Wongs intelligenter Horrorthriller „Final Destination" 2000 frischen Wind ins Genre gebracht hatte, kann aber auch der Hightech-Firlefanz nicht übertünchen. Umso ernüchternder ist die Qualität des dritten Sequels angeischts der Verpflichtung von David R. Ellis („Snakes on an Plane") auf dem Regiestuhl - schließlich hatte der sechs Jahre zuvor mit der ersten Fortsetzung Wongs Original gar noch zu toppen vermocht, ehe die Reihe mit dem schwachen dritten Teil in der Belanglosigkeit versank. Wie jener ist zwar auch „Final Destination 4" noch für halbwegs solides Entertainment gut - die Abnutzungserscheinungen sind jedoch mittlerweile immens.
Einmal mehr springt eine Gruppe Teenies durch eine rettende Vision dem Tod von der Schippe, diesmal anlässlich eines die Zuschauertribünen mitzerlegenden Massencrashs während eines Autorennens, und einmal mehr ist der Sensenmann damit gar nicht einverstanden und holt sich die Überlebenden mittels fieser Alltagsunfälle zu sich. Einmal mehr stoßen unsere Protagonisten auf Berichte von früheren Geschehnissen der gleichen Art, einmal mehr muss die Kette der Todesfälle durchbrochen werden und so weiter und so fort...
Den Autoren des vierten Teils ist schlicht überhaupt nichts eingefallen: Ohne jegliche Neuerung, ohne jeglichen Hauch von Originalität, ohne ein Abrücken auch nur im Mikro-Bereich von der etablierten Erfolgsformel trampelt man sklavisch die bereits mit „Final Destination 3" totgenudelten etablierten Pfade noch weiter aus. Philosophische Denkanstöße, Überraschungen, Spannung und intelligente Frische, wie sie die ersten beiden Filme ausgezeichnet hatten? Fehlanzeige.
So ist das einzige, was dem Streifen bleibt, die Konzentration auf die Kills und Kettenreaktionen: Immerhin der explosive Auftakt macht da wieder deutlich mehr her als der lahme Achterbahn-Opener des Vorgängers und auch in Sachen Härte griff Ellis in die Vollen, sodass die FSK zum nun zweiten Mal in Folge keine Jugendfreigabe vergab. So spritzt und suppt und splattert es recht ordentlich, wird verbrannt, aufgespießt, zermatscht und der Luftraum durch fliegende Gedärme unsicher gemacht, das ganze veredelt durch die nur hier wirklich sinnvoll zum tragenden kommenden 3-D-Effekte, die dem Zuschauer den roten Lebenssaft am liebsten direkt ins Gesicht sprühen. Doch Gewalt ist nicht alles und die Kreativität offenbar nicht nur auf inhaltlicher, sondern selbst Kill-Konzeptions-Seite erschöpft: Da kopiert man sich gelegentlich schlicht völlig ungeniert selbst wie in einer Szene, in der einer der Überlebenden unvermittelt beim Überqueren der Straße von einem vorbeibrausenden Wagen zermatscht wird, oder konstruiert Situationen wie eine durch die Decke krachende Badewanne, die so comichaft over the top sind, dass die Chose nur noch lächerlich wirkt anstatt die beklemmende Spannung der omnipräsenten Todesgefahr im banalsten Alltag zur Entfaltung zu bringen.
Ganz passables Entertainment ist das trotz allem immer noch: Das Tempo passt, die 3-D-Effekte machen Spaß, einige witzige Sprüche sind ebenfalls am Start und die Girls großteils heiß - zwar keine Konkurrenz zu Mary Elizabeth Winstead aus dem unmittelbaren Vorgänger, aber immerhin. Abseits dieser optischen Komponente ist die komplette Darstellerriege nicht der Rede wert. Damit sollte zum personellen Aspekt alles gesagt sein. Einsame Pluspunkte präsentiert „Final Destination 4" schlussendlich in Gestalt eines netten Metal-Soundtracks und enorm stylisher gleichwie atmosphärischer CGI-Animationen während Vor- und Abspann. Die sind dann aber auch das einzige, worin sich der Film seinen Vorgängern überlegen zeigt.
Fazit: Präsentierte sich das einstmals so großartige Konzept des intelligenten Thrillerhits „Final Destination" bereits im 2006 releasten dritten Teils als mittlerweile enorm ausgelutscht, erreichen die Abnutzungserscheinungen des immergleichen Plotkonstrukts und Handlungsverlaufs in Nr.4 ihren Höhepunkt. Freilich unterhält die blutige Kettenreaktions-Killerei von Gevatter Tod persönlich noch immer halbwegs passabel, zumal ob der chicen Unterstützung der erstmals aufgefahrenen 3-D-Effekte - doch macht sich der Mangel an Kreativität auf Autorenseite nicht nur auf reiner Storyebene bemerkbar, selbst die Tötungsszenarien können den den Vorgängerfilme nicht mehr das Wasser reichen und kopieren diese teils ungeniert. Teil 5 muss wirklich nicht mehr sein. Bitte!