Review

"Der Tod holt sich alle wieder" geht in die vierte Runde und stinkt allmählich ab.
Nach dem ersten Teil, bei dem ich drei Unterhosen wechseln musste und Angst hatte, nach dem Kinogang nach hause zu fahren, kam ein optisch wie auch in der Story geschickt ausgeklügelter zweiter Teil nach, der dem Erstling in nichts  hinachstand. Teil 3 zeigte mit seinem "Achterbahn-Geschmetzel" schon erste Verlschleißerscheinungen und war trotzdem noch gut garnierbar, da man drehbuchmäßig versuchte, was neues rauszukitzeln.

Aber Teil 4? Kurz gesagt, der ist für den Arsch. Die voraussehende Katastrophe entpuppt sich diesmal auf der Rennstrecke beim Nascar, schön vollgestopft mit CGI, aber für einen Final-Destination-Film schreckt schon mal der billige Anfang ab. Spektakulär könnte man es höchstens nennen, wenn es die anderen drei Teile nicht gäbe.

Zum Glück gibt es sie aber schon, und sie bereichern auf ihre ganze eigene Art die Filmspielwiese. Man mag es kaum glauben, dass Regisseur David R. Ellis (der schon den exzellenten 2. Teil verfilmen durfte) wieder ans Ruder gelassen wird. Natürlich wird wieder alles optisch auf Hochglanz verpackt dargestellt, jedoch sollte der Drehbuchschreiber weniger Zeit mit Dope rauchen verbringen und dafür ernstzunehmende Stories zu schreiben. Denn, und das ist das größte Manko des Films, hier gibt es überhaupt nichts neues.

Weder Querverweise auf die anderen Teile, noch Innovationen oder neue Ideen sprühen auf, wie man den Tod umgehen könnte. Es ist so, (und normalerweise wird ja fleißig bei Google recherchiert in post-style Filmen), als hätten die anderen Ereignisse nie stattgefunden. Man spult dieselbe Leier aus Teil 1 wieder runter, schön nach dem Prinzp "Fleißig lernen" und "Bauchgefühl-befiehl-mir-Schema". Und das wollen wir mit Sicherheit nicht sehen und lässt den Film untergehen.

Der ziemlich unbekannte Cast kann dafür nix, die Darsteller spielen für solch einen Horror-Streifen passabel, haben die minimal benötigten Charakter-Tiefen, wie man sie braucht, aber der Zuschauer ermüdet bei solch einer Gülle. Man hangelt sich von Szene zu Szene, ohne irgendwie mitzufühlen. Irgendwann hat auch der letzte Zuschauer geschnallt, dass es hier keine Neuigkeiten gibt und bis zum Finale geben wird und "quält" sich zum Schluss, der zwar wenigstens konsequent aber trotzdem total berechnend herrüberkommt.

Nach dem Anschauen der DVD hab ich mir noch die rausgeschnittenen Szenen angeschaut und bemerkt, dass fast alle sehr viel Gore enthalten (warum muss ich jetzt an die "Häksler-Szene aus Teil 2 denken? Die wurde ja auch nur rausgechnitten, weil laut Warner Brothers diese nicht zur Spannung hinzutrage). Und dieses Ärgernis, obwohl der in den Extras gezeigte Splatter FD4 auch nicht besser gemacht hätten, rausgeschnitten worden sind, um sich in Deutschland besser zu verkaufen (der könnte ja indiziert werden, ohh die lila Cash-Cow hat vom Berg gerufen) gibt es von mir einen extra dicken Minus-Punkt.

"Final Destination 4" ist kein Totalausfall und ist für einen gemütlichen DVD-Abend zum Berieseln mit StandBy-Funktion im Hirn  mit Sicherheit geeignet. Aber eingefleischte FD-Kenner winken nur müde ab und werden verärgert sein, wie Teil 4 in den Sand gesetzt wurde.

4/10

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