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Während eines Autorennens hat der junge Nick eine plötzliche Vision von einem katastrophalen Crash, bei dem umherfliegende Metall-Teile wie Schrapnelle die Zuschauer-Reihen lichten und die gesamte, baufällige Tribüne zum Einsturz bringen, was zu zahlreichen Todesfällen führen wird. Kurz bevor das Unglück aber tatsächlich stattfindet, kann er sich gemeinsam mit seiner Freundin Lori und einigen weiteren Anwesenden noch rechtzeitig in Sicherheit bringen und es scheint so, als wäre man dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen. In der Folgezeit ahnt Nick jedoch in kryptischen Visionen das Ableben jener Menschen voraus, die da ohne sein Eingreifen gestorben wären und die nun auf höchst bizarre Art und Weise doch noch nach und nach den Löffel abgeben, denn der Sensenmann lässt sich nicht ins Handwerk pfuschen... Der Tod kommt in 3D! Wenn es mal je eine Film-Reihe gegeben hat, die für diese Spielerei geradezu prädestiniert gewesen ist, dann ja wohl "Final Destination" und so passt es gut, dass man im Zuge des Kino-Revivals jener Technik - wie es da so ungefähr alle 30 Jahre mal stattfindet - diese dritte Fortsetzung zum James Wong-Original in früh80er-Manier à la "Und wieder ist Freitag der 13." oder "Der Weiße Hai 3" gänzlich auf den vordergründigen Effekt hin ausgerichtet daherkommen lässt. Inhaltlich mittlerweile nur noch kalter Kaffee und mit uninteressantem Menschenmaterial anstelle von echten Charakteren ausgestattet versucht "Final Destiantion 4" (im Original großspurig angekündigt als "THE Final Destination"... ja, is' klar! Wenigstens hat man sich den Titel-Zusatz "The Final Chapter" verkniffen...) demnach nicht mal mehr im Ansatz den Eindruck zu erwecken, ein "richtiger" Horrorfilm zu sein oder tatsächlich eine tiefgreifende Spannung zu erzeugen, sondern hetzt stattdessen in einem wahnwitzigen Tempo wirklich nur noch von einer Todes-Szene zur nächsten... und wird dabei durch den freigiebigen Einsatz des besagten visuellen Gimmicks zum echt spaßigen Kintopp, bei dem Regie-Rückkehrer David R. Ellis zudem merklich bemüht gewesen ist, den direkten Vorgänger in Sachen splatterigem Einfallsreichtum nochmal ein Stück weit zu übertrumpfen: Den Gorebauern wird da mit einem Rolltreppen-Freak-Accident mächtig Zucker gegeben und die Szene im Schwimmbecken lässt die Vermutung aufkommen, dass der Drehbuchautor irgendwann mal "Guts" von Chuck Palahniuk gelesen haben muss. Darüber hinaus hat der vorliegende Teil auch den größten Meta-Moment der gesamten Reihe auf Lager, wenn sich die Figuren im Film da zum Ende hin in einem vollbesetzten Kino einen 3D-Streifen reinziehen und die Explosionen auf der Leinwand plötzlich in den Saal übergehen... während man selbst idealerweise auch gerade mit einer 3D-Brille auf der Nase in einem Kino hockt. An der Stelle werden dann kurz Erinnerugen an den ultimativen Kino-im-Kino-im-Kino-Schocker "Im Augenblick der Angst" wach, in dem die verschiedenen Film- und Realitäts-Ebenen ähnlich reflexiv ineinander verschachtelt wurden, was man bei diesem Serien-Produkt vom Teenie-Horror-Fließband mal echt nicht erwartet hätte. Das ist der kleine Hauch echter Inspiration, der "Final Dstination 4" umweht und der andeutet, dass das Ganze auch mehr hätte werden können als schlichtes Genre-Fast Food ohne großen Nähwert... aber so ein stumpfer Bic Mac schmeckt manchmal eben auch. Ich weiß jedenfalls noch, dass meine besten dreidimensionalen Film-Erlebnisse vor etwa 15 Jahren "Saw -Vollendung", "My Bloody Valentine 3D" und der hier waren... und nicht James Camerons in jeder Beziehung überschätzter "Avatar"-Mist!

7/10

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