The East meets the West. Ein herrlicher Zusammenprall zweier Kulturen. Jackie Chan ist weiter auf Erfolgskurs in den USA. Am Anfang hielt ich nicht sehr viel von ihm, weil seine Blödel Hongkongfilme haben mir den letzten Nerv geraubt, vielleicht ist dieser Humor auch einfach nichts für mich.
Schon wie in " Rush Hour " passt er auch hier gut rein. Und er und Owen Wilson sind einfach ein starkes Buddy Team.
An Budget war reichlich vorhanden, was man dem Film sofort ansieht, denn die Ausstattung und Kulisse ist top. Das ist aber kein Problem wenn die Produzenten Roger Birnbaum und Gary Barber heißen, denn die haben wahrlich genug Geld in der Tasche.
Auch sonst ist der Film ein herrlicher Spass geworden, die Story ist einfach, doch effektiv. Das Duo könnte unterschiedlicher nicht sein.
Es beginnt alles in der verbotenen Stadt, die man wirklich opulent in Szene gesetzt hat. Chong Wang ( Jackie Chan ) beobachtet wie die Prinzessin Pei Pei ( Lucy Liu ) nachts flieht. Später erreicht den kaiserlichen Hof die Botschaft, dass die Prinzessin entführt worden ist. Nun reisen die drei besten Krieger des Kaisers in den wilden Westen um die Prinzessin zurückzuholen, unter ihnen Chong Wang. Doch Wang wird von ihnen getrennt und lernt den Dieb Roy O´Bannon ( Owen Wilson ) kennen. Zusammen macht sich das ungleich Gespann auf den Weg die Prinzessin zu retten. Dies erweist sich als schwierige Aufgabe, denn der wilde Westen hat so seine Tücken.
Und diese bekommen wir alles präsentiert. Überfall auf einen Zug, Chong wird mit einem Indianermädchen verheiratet, welches den Beiden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Außerdem legen sie sich mit dem schießwütigen Colonel Van Cleef an. Der Film macht einfach Spass und bietet Humor am laufenden Band. Der Westen wird gnadenlos durch den Kakao gezogen und auch die chinesische Kultur bekommt so einiges ab. Chong muss reiten und schießen lernen und Roy kann zwar reiten, ist aber im Schießen der totale Versager.
Shang High Noon lebt von seinem Kumpel Duo, die wirklich perfekt miteinender harmonieren. Jacky Chan ist eher der ruhigere Typ, welcher von Roy öffter in schwierige Situationen gebracht wird, aber durch ihn auch die Kultur des Westens kennenlernt. Owen Wislon ist das Großmaul, welches von seiner Bande im Stich gelassen wird, beim Karten spielen betrügt und eigentlich allgemein nichts auf die Reihe bekommt.
Auch in den Nebenrollen ist die Westernkomödie gut besetzt worden, zum Beispiel mit Xander Berkeley als Van Cleef oder der süssen Lucy Liu als Prinzessin Pei Pei. An der Besetzung kann man wirklich nicht meckern.
Auch an der Action nicht. Jacky darf sich wieder ausgiebig prügeln und dabei jedes Mittel nutzen, was ihm dabei in die Hand fällt. Auch eine schicke Saloonschlägerei wird uns geboten und auch ein paar Indianer bekommen ihr Fett weg. Leider bleibt bei der furiosen Action die Spannung fast ganz auf der Strecke, aber der Hunor ist stets treuer Begleiter und flacht nie ab. Im Mittelteil hätte ich mir etwas mehr Rasanz gewünscht, aber dafür geht es dann gegen Finale noch einmal richtig ab.
Auch die Paralellen zu großen Westernvorbildern sind gegeben. So hört sich Chong Wangs Name wie John Wayne an, worauf Roy meint, dass das ein dämlicher Name für einen Cowboy sei. Auch Colonel Van Cleef ist nach Westernschauspieler Lee Van Cleef benannt. Auch Wyatt Earp wird durch den Kakao gezogen. Die Indianer dürfen auch nicht fehlen und so muss Chong auch ihre Drogen rauchen und ist am nächsten Morgen gleich verheiratet. Auch die sehr strenge Kultur der Chinesen wird an den Pranger gestellt und schließlich setzt sich Chong Wang über sie hinweg, denn wir sind ja im Westen.
Die Ausstattung. Kulisse und Optik ist wirklich großartig. Allein die detailgenauigkeit bei der Inszenierung der verbotenen Stadt sind eine Wucht. Und auch der wilde Westen ist mit sehr viel Liebe zum Detail inszeniert. Es ist sehr sandig, staubig und es gibt nur vereinzelt kleine Orte. In den Saloons gibt es nur harte Cowboys, welche Indianer nicht leiden können und das Duo wird später sogar per Steckbrief gesucht.
Auch der Sound von Randy Edelman hat es in sich. Er bietet viele abwechslungsreiche Sounds, für jede Kultur andere Sounds.
Shang High Noon war so erfolgreich, dass es sogar eine Fortsetzung, welche Shanghai Knights heißt gibt.
Allgemein ist der Film einfach mehr als gelungen, mit einem tollem Kumpelduo, viel Action, noch mehr Humor und einigen tollen Anspielungen auf die Vorbilder. Sound, Kulisse sind super und auch die Darsteller machen einfach Spass. Spannung ist leider kaum vorhanden, darüber kann man aber großzügig hinwegsehen.
Auf jeden Fall finde ich diesen Crash der Kulturen richtig herrlich und unterhaltsam, daher:
8 von 10 Punkten