Eine chinesische Prinzessin, gespielt von Lucy Liu, wird entführt und nach Amerika verschleppt. Einer ihrer Beschützer, der sich für ihre Entführung verantwortlich fühlt, gespielt von Jackie Chan, folgt der Spur der Täter und lernt in Amerika einen Cowboy, gespielt von Owen Wilson kennen, der ihm bei der Suche hilft.
Der Film stellt eine im Großen und Ganzen solide Mischung aus Eastern und Western, verpackt in einer Komödie dar. Die wichtigsten Benstandteile der Genres sind im Film zu finden, wobei hier besonders nervt, dass dutzende Klischees dabei übernommen und zu einer Story zusammengeschustert wurden. Durch diese Verwendung von Klischees und Stereotypen ist der Film leider recht vorhersehbar, wobei wenigstens ein paar solide und nicht ganz so absehbare Wendungen eingebaut wurden. Die Charakterkonstruktion ist mehr als dürftig und auch das Zusammentreffen der fremden Kulturen wird nur am Rande behandelt. Ansonsten dient die Story mal wieder nur als Vehikel, um die üblichen Jackie-Chan-Gags und die Action-Szenen auf die Leinwand zu bringen und bleibt im Lauf des Films sowieso die meiste Zeit über im Hintergrund.
Trotz einiger guter Ansätze funktioniert der Film aber auch als Popcorn-Kino nicht so richtig. Die üblichen Gags des Genres wurden mal wieder aufbereitet, sind dafür aber über den Verlauf des Films betrachtet, ordentlich dosiert. Auch bei den Action-Szenen merkt man wieder mehr als deutlich den schrägen Mix aus Western und Eastern, so darf Jackie Chan wie immer sein Kampf-Sport-Pflichtprogramm abspielen, während Cowboy Owen Wilson für die Schießereien zuständig ist. Am Ende ist die Action dabei ein bisschen überdosiert und langweilt, zumal sie höchstens durchschnittlich inszeniert ist und kaum größere Effekte oder Stunts verwendet werden. Regisseur Tom Dey leistet neben den Gags und den Action-Szenen auch bei der übrigen Umsetzung mittelmäßige Arbeit und liefert damit also alles in allem ein akzeptables Regie-Debüt ab. Er kann keine richtige Atmosphäre aufbauen, weder eine gespannte und nur selten eine amüsante und erzielt somit natürlich auch nur einen mittelmäßigen Unterhaltungswert. Die Kulisse ist wie bei vielen Western ordentlich in Szene gesetzt und liefert ein paar gut fotografierte Perspektiven des wilden Westens. Mit "Shang-High Noon" liefert Dey also eine solide und kurzweilige Komödie, die von der ersten bis zur letzen Minute solide unterhalten kann und blieb nach dem beachtlichen Erfolg des Films mit "Showtime" und "Zum Ausziehen verführt" dem Genre treu.
Jackie Chan präsentiert sich gut gelaunt wie eh und je. Sein eher mäßiges schauspielerisches Talent kompensiert er einmal mehr durch seine sichtlich gute Laune, seine Eigenironie und seine ordentliche Choreographie bei den Action- und Kampf-Szenen. Nach "Rush Hour" und "Jackie Chan ist Nobody" verteidigt der quirlige Asiat einmal mehr seinen Kultstatus und harmoniert darüber hinaus sehr mit seinem Filmpartner Owen Wilson. Wilson ist ebenfalls sichtlich gut gelaunt und leistet auch bei den Action-Szenen gute Arbeit. Einmal mehr riskiert er in seiner Rolle ein überaus großes Mundwerk und liefert somit die meisten Lacher. Lucy Liu spielt die Rolle der chinesischen Prinzessin gut und zeigt neben ihrer guten Mimik auch die richtige Grazie und die richtige Ausstrahlung für eine solche Rolle. Auch der übrige Cast leistet solide Arbeit.
Fazit:
"Shang-High Noon" ist eine solide, über weite Strecken unterhaltsame und kurzweilige Mischung aus Western, Eastern und Komödie. Mit gut gelaunten Darstellern und soliden Gags und Action-Szenen liefert Tom Dey mit seinem Regie-Debüt mittelmäßiges Popcorn-Kino, macht bei der Umsetzung aber auch Fehler, die den Unterhaltungswert die ganze Zeit über in Grenzen halten. Als Unterhaltung für zwischendurch durchaus zu empfehlen.
54%