Review

„Shanghai Noon“ ist ein weiterer Vertreter der Buddy Movies, wo zwei ungleiche Kerle sich zusammenraufen und ordentlich die Fetzen fliegen zu lassen. Einzige Ausnahme ist, dass der Film in der Zeit des Wilden Westens spielt und auch sonst das Westerngenre ziemlich parodiert.

Der Film beginnt in China, wo die Prinzessin Pei Pei (Lucy Liu) nach Amerika gelockt wird, um sie dann gegen 100.000 Goldstücke wieder freizulassen. Die besten Männer des Kaisers, darunter auch Chon Wang (Jackie Chan), werden nach Amerika gesandt um dort die Geldübergabe abzuwickeln. Kurz nach seiner Ankunft trifft er auf den talentlosen Banditen Roy (Owen Wilson) und seine Gang aus Hohlbirnen, die den Zug ausrauben wollen in dem sich die Gesandten des Kaisers befinden. Dies misslingt jedoch und Chon wird von den restlichen Abgesandten getrennt. Auch Roy ergeht es nicht besser, er wird von seinen Gangmitgliedern in der Wüste ausgesetzt. Währenddessen macht unser Chinese Bekanntschaft mit den amerikanischen Ureinwohnern. Nachdem er dem Sohn des Häuptlings das Leben gerettet hat wird er zu einer Feier eingeladen. Als er am nächsten Tag aufwacht, ist er verheiratet. Chon reitet weiter um nach Carson City zu kommen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Roy, der bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt. Dieser gibt ihm die falsche Wegbeschreibung und so landet unser Protagonist in der falschen Stadt, nachdem er einen beschwerlichen Weg über die Berge gemacht hat. Dort trifft er auch auf Roy wieder und die beiden mischen erstmal ordentlich den Saloon auf. Von nun an gehen sie zu zweit weiter und kommen immer öfter in Schwierigkeiten, wo oft nur Chons Frau helfen kann.
Da ich nicht spoilern will, belasse ich die Storybeschreibung mal bis zu diesem Punkt.

Die Story ist eigentlich ziemlich 08/15 und beschert kaum Innovationen. Auch das Ende ist eigentlich schon ab der Mitte des Filmes klar. Natürlich bringt uns die Konstellation der zwei gegensätzlichen Hauptdarsteller lustige Wortgefechte, wo kein Auge trocken bleibt. So sind auch die verschiedenen Kulturen und Vorstellungen vom Leben immer wieder Grund zu lustigen Meinungsverschiedenheiten, z.B. wo Roy Chons Pferdeschwanz abschneiden will. Natürlich gibt es auch wieder ordentliche Prügeleien, wo Jackie Chan zu Hochform aufläuft und allerhand Gegenstände in seine Kämpfe einbindet. Auch die Anspielungen an die alten Westernfilme sind sehr gut und man muss schon oft Schmunzeln.
Leider wird bei dem Film zu sehr das Augenmerk auf die Hauptcharaktere gelegt und so kommen meiner Meinung nach die Nebendarsteller etwas zu kurz.

Die Schauspieler können in ihren Rollen durchaus überzeugen. Jackie Chan macht das was er am besten kann, er kloppt sich fröhlich mit den bösen Jungs und bietet viele Slapstick Einlagen. Auch Owen Wilson spielt die Rolle des untalentierten Banditen gut und man nimmt ihm es echt ab.
Lucy Liu kann auch in der Rolle der Prinzessin Pei Pei überzeugen, mir hätte es jedoch besser gefallen, wenn man etwas mehr Augenmerk auf sie gerichtet hätte. Auch gut gefällt mir Xander Berkeley der den Marshall Nathan Van Cleef spielt, man nimmt ihm die Rolle des korrupten Gesetzeshüter sehr gut ab. Auch zu kurz kommt die Beschreibung von Chons Frau Brandon Merrill, die die Rolle der aus dem Hintergrund agierenden Schönheit sehr gut spielt.

Auch die Musik trägt bei diesem Film zu einer guten Atmosphäre bei, leider ist sie nicht immer so sehr präsent.
Am besten gefällt mir die Barschlägerei mit der Musik von ZZ Top.
Die ganze Atmosphäre ist sowieso sehr gut gelungen, man fühlt sich in die Zeit der Cowboys zurückversetzt. Das liegt vor allem an den guten Sets die sehr authentisch sind. Auch die Inszenierung der Kämpfe weiß zu gefallen. Sie sind sehr einfallsreich und tragen zur guten Unterhaltung der Zuschauer bei.

Abschließend kann man sagen, dass „Shanghai Noon“ eine richtig gute Westernactionkomödie die sich selbst nicht so ernst nimmt und das ganze Genre der Westernfilme veräppelt. Leider sind die Story und die Charakterbeschreibung der Nebendarsteller nicht ganz so gut. Aber das trübt den Spaß nicht, so dass ich guten Gewissens 8 Punkte vergeben darf.

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