Review

Wenn einem als Autor die Ideen ausgehen, kann man entweder einen wahllosen Zombiefilm machen oder sich ein leer stehendes Gebäude suchen und ein paar Junge Leute hineinstecken, - der Rest ergibt sich. Zumindest scheint man nach diesem Muster vorgegangen zu sein, da es hier nur so von Kontinuitäts-Pannen wimmelt.

Hauptschauplatz ist eine großflächige Klinik inmitten der Pampa. Man weiß nicht so genau, was darin stattfand, ob es ein Altenheim, eine Nervenheilanstalt oder eine Kombination aus beidem war, - nun ist niemand mehr hier, bis auf eine völlig verstörte junge Frau.
Als die Gruppe von Teens hier aufkreuzt, weil´s Benzin alle ging, mehren sich unheimliche Vorkommnisse, bis die erste Leiche ohne Augen gefunden wird.

Da einige Mädels im Team der „Roller-Derby-Girls“ sind und sich auf Blades genauso gut zurecht finden, wie mit dem Baseballschläger hantieren können, geben sie eindeutig den Ton an, während sich die Kerle fast durch die Bank als Lutscher entpuppen.
Demgegenüber kann die Heldin nur eine sein, die - mit einem Trauma ausgestattet - moralischen Prinzipien nachgeht und das verstörte Mädchen sorgsam unter die Lupe nimmt, um herauszufinden, was sich in der Klinik abgespielt hat und welche Experimente im Raum 33 stattfanden.

Natürlich dauert es eine Weile, bis überhaupt eine Bedrohung spürbar wird, dafür kommt die Figurenzeichnung einigermaßen zur Geltung, man erfährt zwar nichts über die Sportlerin aus der Ukraine, schmunzelt aber über den Bärtigen mit Kamera-Tick, den überängstlichen Schwarzen und die plumpen Anmachversuche der Nymphomanen.
Als die Räumlichkeiten inspiziert sind und man das namenlose Mädchen findet, ist außer ein, zwei huschigen Schatten nichts zu vernehmen und leider soll sich das bis zur letzten Viertelstunde kaum ändern.

Der Splattergehalt tendiert gegen Null, ein direktes Ableben sieht man nur gegen Ende, ansonsten findet man harmlos verunstaltete Leichen ohne Augen vor, was die einzige Tötungsform des vermeintlichen Killers darstellt.
Jener tritt auch kaum in Erscheinung, was größtenteils auf das löchrige Skript zurückzuführen ist, - erst während des Showdowns offenbaren sich Motive und Hintergründe durch einen minimalen Flashback. Bis dato wird der Backgroung reichlich vage gehalten, obgleich diverse Hinweise durch Finden verschiedener Aufzeichnungen gegeben werden.

Somit mangelt es der Erzählung an Substanz, spannende Momente finden sich eher selten und aus der Kulisse der langen verlassenen Räume wurde zu wenig herausgekitzelt, da ein paar Requisiten und Flackerlicht nicht für eine dichte Stimmung ausreichen.
Immerhin sind die meisten Darsteller bemüht, einige gar mit Erfolg, doch die vielen Anschlussfehler im Plot können auch die guten unter ihnen nicht kaschieren.

Am Ende hat man eine mäßig ansprechende Geschichte, der oftmals der roten Faden entgleitet, bei der viele merkwürdige Schwerpunkte gesetzt werden, wovon kaum einer sinnvoll in die Story eingebunden wird.
Als Slasher zu unblutig und mit zu wenig Action ausgestattet und als Mystery Beitrag zu leicht durchschaubar, ist „Fear Asylum“ bei genauer Betrachtung einer, der nicht schadet, einen aber auch um keine prägnante Erfahrung bereichert.
4 von 10

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