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Es ist schon ein wenig irritierend, wenn man aufgrund des Covers und einiger weniger Informationen mit handfestem Tierhorror rechnet, der sich jedoch als recht sinnfreier Psycho-Thriller entpuppt.
Und der Höhepunkt des Ganzen: Ein Hai ist tatsächlich zu sehen, doch der spielt sage und schreibe nur acht Sekunden mit.

Die Studentinnen Miki und Mai machen Urlaub am Strand, während sie ihr Geplansche mit dem Camcorder aufzeichnen. In Mais Abwesenheit entdeckt Miki ein Tape, auf dem drei andere Bikini-Girls zu sehen sind. Eines von ihnen scheint vor laufender Kamera erstochen worden zu sein…

Der Streifen ist in keiner Hinsicht konsequent, denn selbst die Kamera benötigt neben den Camcorder-Aufnahmen die von außen beobachtende, was einen reichlich unausgegorenen Eindruck bezüglich der Erzählperspektive gibt.
Hin und wieder sehen wir Mikis Gesicht beim Sichten des Videomaterials, dann folgt eine weitere Perspektive vom bereits Geschehenen, um später aus der Distanz zu verdeutlichen, dass Miki und Mai zu zweit sind und sich gegenseitig ablichten.

Und nicht nur das. Sie freuen sich über alles: Das kalte Meerwasser, die Bikinis, die verschiedenen Posen, die gestellten Blicke und den Staub im Hotelzimmer, welchen man ja wegfegen wollte, dieses aber im Verlauf beiseite lässt.
Eine gefühlte Stunde schaut man also wohlgeformten, mit auffällig großen Brüsten ausgestatteten Asia-Girls in Bikinis im Meer oder beim wiederholten Duschen zu und fragt sich folgerichtig, wann denn endlich eine Handlung einsetzt und vor allem die Präsenz eines Hais eingeläutet wird.

Immerhin ist während einer Traumsequenz eine Flosse im Wasser zu sehen, doch der Hai manifestiert sich eher in Form des Hotel-Managers und eines jungen Typen namens Kenji, der soeben mit Mai angependelt hat, weshalb Miki wiederum nichts Besseres zu tun hat, als das Videomaterial fremder Badenixen zu sichten. Und das wird noch nicht einmal chronologisch wiedergegeben, sondern beinhaltet Zeitsprünge und Personenwechsel in beliebiger Reihenfolge.

Dass bei alledem kaum Spannung aufkommen will, ist selbstredend, denn so unterhaltsam sind kichernde Japanerinnen im Wasser nun auch nicht. Zudem mangelt es an Figurenzeichnungen, an Hintergründen über die beiden Männer und an der passenden Musikuntermalung, denn diese suggeriert knisternde Spannung, obgleich sich in Wirklichkeit rein gar nichts tut, oder ein erneuter Fehlalarm ausgelöst wird.

An sich müsste man das brachiale, völlig aus der Luft gegriffene Ende ja vorwegnehmen, doch da mögen sich Pfiffige besser auf die Suche im Netz begeben, um einen der unglaublichsten Computereffekte seit Mega Shark zu erleben.
Den Rest kann man sich getrost schenken, denn mit Tierhorror hat das Produkt genauso wenig zu tun wie mit einem spannenden Streifen, der trotz minimaler Laufzeit von knapp 70 Minuten mehr Inhaltslosigkeit präsentiert, als auch nur den Ansatz einer Geschichte zu vorzutragen.
2,5 von 10

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