Von einer hier antretenden Gottesarmee ist zwar weit und breit nichts zu sehen, aber daß die Engel des Himmels Krieg führen, ist doch schon mal ganz ordentlich für den Beginn in dieser reinen Videopremiere.
Obwohl, es läuft Schlechteres in den Kinos, als daß wir das nicht auch noch ertragen hätten.
Das hier gesponnene Mysterium rund um den abtrünnigen Erzengel Gabriel, der sich auf die Suche nach einer besonders rabenschwarzen Seele macht, die ein gewiefter Kollege mit letzter Kraft in einem Kind versteckt hat, bezieht seine stärksten Szenen jedoch eher aus der überraschenden Exposition, wenn man selbst noch nicht weiß, was vorgeht.
Sobald der Plot Struktur annimmt, wird das alles leider sehr durchschaubar und die Gewichtung auf eine biedere Verfolgungsjagd (immerhin witzig ergänzt, indem sich Gabriel der Mithilfe von Selbstmördern kurz vor dem Tode versichert), macht es auch nicht exotischer. Hier gibt es einfach zu wenig religiöse Mystery, um die Jagd über einen gewöhnlichen Actionreißer hinauszuheben, der zufällig noch ein paar übernatürliche Seiten hat.
Schön bebildert die visionären Sequenzen vom Krieg im Himmel und auch die frühen Kampfszenen sind gut anzuschauen, ehe es bedeutend fader wird. Etwas freundlicher schon das Finale mit einem gutgelaunt-finsteren Luzifer (Viggo Mortensen gewinnt erstmals etwas Profil), obwohl man auch da etwas mehr hätte erwarten können, aber sicherlich mußte am Budget gespart werden.
Außergewöhnlich dabei sicher die launisch-zynische Leistung von "Gabriel" Christopher Walken, für dessen typische Figurenwahl dies natürlich eine Bereicherung war. Sie ist sicherlich der Hauptgrund, sich God's Army anzutun, obwohl man auch sonst schlechter bedient ist.
Guter Durchschnitt ist das Urteil und ein Racheengel ist nicht vonnöten. (6/10)