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„Does my vagina make me look fat?“

Wer diese ganzen “Disaster Movie”, “Fantastic Movie” und Konsorten kennt, wird bereits ahnen, was auf ihn zukommt, denn dieser Streifen erwähnt sogar innerhalb der Credits, dass es sich um eine Parodie handelt.

Und da wir im Horrorgenre mit „Scary Movie“ eigentlich schon alles abgedeckt haben, bedient sich Regisseur Bo Zenga mal eben der bekanntesten Figuren der Horrorfilmgeschichte und packt alles in einen Topf, - ein dünnes Süppchen, bei dem mancher Kloß im Hals stecken bleibt.



Natürlich spielt die Geschichte an Halloween. Der Videotheken-Angestellte Stan Helsing ist mit Freunden Teddy, Nadine und Mia unterwegs zu einer Party, soll jedoch vorher noch einige Filme ausliefern. Also fährt man einen Umweg, verirrt sich und landet in einem Nest, welches vor zehn Jahren von einem Feuer heimgesucht wurde und wonach ein Fluch über dem Ort lastet. Ist Stan tatsächlich ein Nachkomme des legendären Geisterjägers Van Helsing und kann er die Bewohner von den schrecklichen Kreaturen befreien?



Ach, was für wunderbare Wortspielchen, wenn aus „Gladiator“ der Porno „Glad he ate her“ wird und man eine Adresse liest, die „Last House on the Left“ beinhaltet.

Solche und ähnliche Anspielungen finden sich ständig und in einigen Fällen stellt sich noch die Frage, wie man das später ins Deutsche übersetzen will.

Darüber hinaus findet sich eine Ansammlung von kruden Ideen, die recht konzeptlos aneinandergereiht sind, ein Spannungsbogen ist da schwerlich auszumachen.



Das beginnt, als Stan in der Toilette auf eine Riesenkakerlake (Cock….Roach) trifft, über einen mitgenommenen Anhalter, der Charles Manson verblüffend ähnlich sieht, einen Michael Jackson, der Kindern Eis verkauft bis zu einigen Vampirfrauen im Strip-Club.

Leider fruchten die meisten dieser Einschübe kaum, da sie ohne Pointe ins Geschehen geworfen werden.



Allerdings läuft das Geschehen recht ereignisreich und somit abwechslungsreich ab.

Auch wenn diverse Fäkalwitze und sexistische Andeutungen völlig daneben gehen, so ist von Beginn an ein ordentliches Tempo gegeben, man grast die Stationen recht zügig ab und bekommt mit Leslie Niesen als vollbusige Kellnerin immerhin noch ein paar kleine Schmunzler ab.

Das gilt ebenso für die Monster, da ein Freddy Krüger mehr wie ein Hip-Hopper aussieht, Pinhead reichlich Spritzen und Dartpfeile im Kopf hat und Jason als auch Michael Myers reichlich bedröppelte Körperhaltungen einnehmen.



Leider wird das ohnehin niedrige Niveau nicht bis zum Ende aufrechterhalten, denn spätestens als die Monster gemeinsam „YMCA“ zu „STAN“ beim Karaoke-Wettbewerb umgestalten, ist die Talsohle aller Albernheiten erreicht.

Da nützen Leatherface, ein schwuler Fast-Priester und ein sprechender Rabe im Gesamtbild nicht mehr viel und auch die brauchbaren Darsteller mit ihren flachen Figurenzeichnungen können dem kaum entgegenwirken, - man muss schon in einer angechickerten Stimmung sein, um den Ganzen etwas abgewinnen zu können.



Platte Gags wechseln sich mit nur wenigen Lichtblicken ab, die Ausstattung und die FX gehen zwar okay, doch Blut fließt indes fast gar nicht.

Wer also auf plumpe Verarschungen Richtung „…-Movie“ steht, wird sich ein wenig heimisch fühlen und so ganz langweilig gestaltet sich „Stan Helsing“ auch nicht, doch einen wirklich zündenden Gag konnte ich innerhalb der 90 Minuten nicht ausmachen.

Sehbar, aber mit Vorsicht zu genießen…

4,5 von 10

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