Die Apokalypse. Mittendrin ein Vater und sein kleiner Sohn, die in einer Welt ohne Menschlichkeit ums Überleben kämpfen. Einer dieser Filme, die man sich kein zweites Mal anschaut. Nicht, weil er so verdammt schlecht wäre, das ist er nicht. Aber wer schaut sich schon gerne Filme an, die Melancholie verursachen. Die Ironie ist, man wirft einen Blick zur Seite und weiß nicht, wie man das schluchzende Häufchen Elend trösten soll, das sich still und heimlich in die hinterste Ecke der Couch verzogen hat, um die wenigen Papiertaschentücher nicht teilen zu müssen... und bekommt auf diese Weise zumindest eine klitzekleine Vorstellung davon, wie es sich wohl anfühlt, wenn man einen geliebten Menschen trösten will, ohne dazu in der Lage zu sein. Der Vergleich ist lächerlich, ich weiß. Was ein Vater empfinden muß, der seinen Sohn um jeden Preis beschützen will, und koste es ihn seine Menschlichkeit, kann man gerade noch nachvollziehen, sofern man selber Vater ist - was es bedeutet, dabei gegen das unausweichliche Schicksal, gegen das so unendlich schmerzhafte Gefühl der totalen Ohnmacht ankämpfen zu müssen, und zwar ständig, jede Sekunde eines in jeder Hinsicht erbärmlichen Lebens, können (zum Glück!) wohl nur die wenigsten Menschen nachempfinden. Viele Worte will ich hier ehrlich gesagt auch gar nicht verlieren, da mir die passenden ohnehin nicht einfallen. Mir persönlich hat dieser Film - trotz eines in meinen Augen inkonsequenten Endes - auf beängstigend anschauliche Weise vermitteln können, in welche Abgründe die menschliche Seele unweigerlich blicken muß, wenn die Hoffnung erst einmal gestorben ist. Und schlimmer noch, bevor man sich selbst eingestanden hat, dass man sie längst hätte begraben müssen.
7/10
(Für diejenigen Leser, die so gar keine Vorstellung davon haben, wohin die Reise geht: dramaturgisch macht "The Road" im Grunde da weiter, wo "Threads" aufgehört hat. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Zukunftsprognose hier noch düsterer ausfällt, da der Hintergrund keine Atomkatastrophe ist, von der sich die Welt irgendwann erholen könnte. Vermutlich gab es einen Meteoriteneinschlag, der die gesamte Erde in einen lebensfeindlichen Ort verwandelt hat, ohne absehbare Aussicht auf regenerative Prozesse. Vor dieser Kulisse präsentiert der Film nun eine Art Kammerspiel zwischen Vater und Sohn, während handlungstreibende Elemente sehr sparsam eingesetzt werden. Einen Action-Verschnitt a la "Mad Max" sollte man also nicht erwarten.)