Review

Die Folgen der globalen Erderwärmung werden künftig wohl noch häufiger als Auslöser für Epidemien, Seuchen und sonstige mutierte Killerviren herhalten müssen.
Und da wir damit nicht allzu weit von der Realität entfernt sind, verknüpfen wir das Ganze mit einem Schuss Öko-Botschaft und mahnen die Menschheit, weniger sorglos in den Tag hinein zu leben.
Eine gewisse Glaubwürdigkeit sollte der Kern der Geschichte jedoch aufweisen, was ein wenig scher fällt, wenn man uns weiß machen will, dass prähistorische Parasiten unter dem Eis Jahrtausende überlebt haben, um sich nun in Windeseile über Mensch und Tier herzumachen.

Dies geschieht in der kanadischen Arktis, wo Forscher und Naturschützer Kruipen (Val Kilmer) jene Parasiten im Fell eines Eisbären entdeckt hat. Dumm nur, dass sich just vier Studenten (unter anderem Tochter Evelyn) in der Basisstation eingefunden haben, da sie dem berühmten Wissenschaftler bei der Arbeit beiwohnen wollten.
Schnell zeigen zwei der Anwesenden Symptome eines Befalls, während die übrigen rätseln, was es mit dem Insekt auf sich hat und wie man derer Herr werden kann.

Das Sujet ist klar an „Das Ding aus einer anderen Welt“ angelehnt: Eine einsam gelegene Forschungsstation in eisiger Einöde und ein paar Figuren, die ums Überleben kämpfen, während man den Ort nur schwerlich verlassen kann.
Einige Details des Vorgeplänkels hätte man sich indes sparen können, der Vater/Tochter Konflikt wird ohnehin nur angedeutet und zu keiner Zeit vertieft, die Studenten erhalten erst im Verlauf ein wenig Profil.
Was von Beginn an stimmig ist, sind die klaustrophobische Atmosphäre und die daraus resultierende Hilflosigkeit, die sich auch langsam unter den Anwesenden breit macht.

Während die Studenten den Forscher vergeblich suchen, wird jemand gebissen und denkt sich nichts dabei, was sich erst ändert, als man einer Infizierten der Außenstation begegnet und zeitgleich erstes Erbrechen und rote Flecken auf der Haut auftreten.
Was folgt, sind Differenzen innerhalb der Gruppe, einige unlogische Verhaltensweisen (bloßer Hautkontakt mit Infizierten, Verzicht auf Mundschutz etc.) und der Versuch, ein paar Details über die Forschungen des Professors ans Licht zu bringen.

Solange die Parasiten (längliche Käfer) im Hintergrund gehalten werden und nur vereinzelt auftauchen, schüren sie durchaus ein wenig kribbelnde Gänsehaut, was sich allerdings legt, wenn gleich ganze Horden in Laborräumen krabbeln und beginnen, merkwürdige Laute von sich zu geben.
Leider versuchen die Anwesenden kaum zu ergründen, was es mit den Viechern auf sich hat, - sie sind zu sehr mit sich selbst und dem Entkommen beschäftigt.

Daraus resultieren zwar ein paar spannende Momente, doch das richtige Mitfiebern will sich nicht einstellen, da die Bedrohung durch die Parasiten überschaubar bleibt und die Lage zu keiner Zeit völlig aussichtslos wirkt, da man sich selbst Steine in den Weg legt.
Zwei, drei Sympathieträger finden sich immerhin, während der Querulant natürlich nicht lange auf sich warten lässt und der Gruppe zusätzliche Probleme beschert.

Schön sind einige Kamerafahrten über die einsame Landschaft, gut gestaltet sind die pulsierenden kleinen Nester der Insekten und immerhin mehr als brauchbar agieren die größtenteils unbekannten Mimen, während Val Kilmer nur wenige Minuten mitwirkt und in denen nicht sonderlich überzeugend rüberkommt.

Etwas unoriginell ist die Geschichte von Grund auf, da an einem kargen Ort mit wenigen Beteiligten schlicht zu wenig geschieht. Dazu kommt die Oberflächlichkeit, weder die Herkunft der Parasiten genauer zu hinterleuchten, noch Konflikte eskalieren zu lassen, - da kann der eine oder andere Ekeleffekt gegen Ende kaum noch etwas kaschieren.
Die Spannung läuft konstant auf Sparflamme, was dem Unterhaltungswert zwar nicht schadet, im Endeffekt aber auch keine Highlight beschert.
Es plätschert so dahin und so wirklich kalt wird einem dabei nicht…
5 von 10

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