Review

Angsteintopf


„The Thaw“, den man mit seinem beliebigen und vielfach benutzten deutschen Titel gerne mal übersehen oder verwechseln könnte, schmeißt etliche aktuelle und akute Ängste in einen Topf - von der Klimaerwärmung bis zu tödlichen Viren/Bakterien/Kleintieren/Krankheiten - ebenso wie einige klassische Horrormuster - von „The Thing“ über deutliche „Akte X“-Anleihen bis „Outbreak“. Im ewigen und doch momentan stetig schmelzenden Eis wird ein eingefrorenes Mammut inklusive aggressiven Parasiten entdeckt und ausgegraben, die sich natürlich direkt an ihre instinktive Arbeit machen und das Forschungsteam dahinraffen... 

Dass fett mit (dem nicht minder fetten) Val Kilmer auf dem Plakat geworben wird, grenzt an Frechheit, könnte seine Rolle hier wohl kaum kleiner sein. Doch das ist auch schon das Einzige, wo ich wirklich den Kopf schütteln musste. Positiv umgehauen hat mich der Rest zwar auch nicht, doch die 90 Minuten flossen gut rein und vorüber. Die kleinen Krabbelparasiten kommen zwar aus dem PC und sehen nicht immer top aus, haben ein gewisses „Iiih“ aber dennoch auf ihrer Seite. Zudem gibt es eine heftige Amputationsszene und die grundsätzliche Global Warming-Message ist wichtig, wenn auch unangenehm plump und für viele sicher nervig vorgetragen. Die blassen, oft auch viel zu jungen Darsteller und die eigentlich kaum vorhandene Geschichte, wenig echte Ausschläge der Spannung und deutliche Mängel in Sachen Style und audiovisuellem Einfallsreichtum lassen diesen auftauenden Weltuntergang jedoch schnell in Vergessenheit geraten. Und das ist einem auch recht oder zumindest schnurzpiepegal. 

Fazit: das Szenario und die Muster kennt man zu genüge - seinen Job macht „The Thaw“ dennoch zuverlässig. Gut verdauliche Stangenware. Konzentriert, fies, ansteckend. Zudem mit enormem Potenzial Klaustrophobie und Ekel auszulösen. Erst recht bei vorhandenen Phobien. Körperflüssigkeiten ahoi. Cabin Sneezer. Cronenbergs und Carpenters Erben - leider komplett ohne Mut und Eigenständigkeit. 

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