Review
von Psst!
Warum sollten sich Killer auch vorstellen?
„Killer stellen sich nicht vor" ist ein Thriller, der schon durch seinen (dämlichen) deutschen Titel nicht aus der Filmographie Alain Delons heraussticht. Die Grundidee, die Hauptfigur rein zufällig in ein Mordkomplott stolpern zu lassen, wirkt auf den ersten Blick wirklich interessant, zumal Delon hier nicht den (Ex-)Bullen oder Privatdetektiv gibt, sondern einen Berufsspieler. Zumindest auf dem Papier gibt es somit eine etwas andere Figurengestaltung. Allerdings bleibt Delon sich treu und tut doch nur dasselbe wie in den anderen Filmen, in denen er auf Seite von Recht und Gesetz steht.
Das große Problem ist dabei die Regie von Jacques Deray, die vollkommen uninspiriert den nicht eben überraschenden Plot runterleiert, ohne nennenswerte Highlights zu präsentieren. Allenfalls eine Autoverfolgungsjagd wäre hier zu nennen, da sie recht rasant in Szene gesetzt wurde, wenngleich es solche Sequenzen schon häufig in raffinierterer Form gegeben hat.
Darüber hinaus empfinde ich Deray mittlerweile als viel zu biederen Regisseur, der mehr als anderer abhängig vom Drehbuch und Darstellern ist. Kreativität und erzählerische Eleganz sind seine Sache nicht. So verlieren auch die guten Anlagen des Drehbuchs unter der Trockenheit des Aufsichtsführenden ihre Wirkung und als sich der große Kontrahent unseres Helden dann auf die nur denkbarst unspektakuläre Weise verabschiedet, zuckt man kurz mit den Schultern. Ein guter Regisseur hätte dem mittelmäßigen Drehbuch eventuell einen sehenswerteren Film entlocken können. Ein besseres Drehbuch hätte dem mittelmäßigen Regisseur eventuell geholfen, einen spannenderen und sehenswerteren Film zu drehen.
Fazit
„Killer stellen sich nicht vor" ist ein einfach durchschnittlicher Kriminalfilm mit Ansätzen aus dem Verschwörungs- und Polit-Thriller, der die typisch Hitchcock`sche Grundidee, einen Unbeteiligten in unerwartete Situationen stolpern zu lassen, zu wenig ausnutzt. Spannung kommt nur selten auf und die arg verstaubte Regie Jacques Derays bietet kaum nennenswerte Szenen. Alain Delon ist hier eben Alain Delon und spielt routiniert seine typische Rolle runter. Hauptsache, es befindet sich immer ein frisches, nacktes Fräulein in seinem Bett.