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Der Oscar als Bester Nebendarsteller hat Cuba Gooding Junior zwar im nachhinein nicht mehr mit Tom Cruise zusammen gebracht, aber immerhin mit dessen 'Partner' Val Kilmer, überhaupt konnte sich Gooding nicht über seine Unterstützung bei den jeweiligen Projekten wie auch Sacrifice, Wrong Turn at Tahoe oder The Devil's Tomb beschweren, über den allgemeinen Verlauf der Karriere anschließend vielleicht schon. Meist DtV-Produktionen, erst mit Erstaunen aufgenommen, dann irgendwann unter dem Radar gelaufen im Vergleich zu den Kollegen um Willis und Cage, die Namen einfach größer, anfangs auch die Budgets, später dann auch nicht mehr. Hardwired ist von Stage 6 gehandhabt, es erinnert eingangs ein wenig an Suspect Device (1995), vielleicht, so richtig, wovon es handelt, weiß man zu Beginn noch nicht. Ein geplatzter Kopf ist fast die erste Szene, es geht in die nahe Zukunft, in wenigen Jahren nur spielend, also vielleicht schon wieder in der Vergangenheit angesichts des Produktionsjahres, eines von vielen Fragen, die gestellt werden und es hier zu klären gilt; nur nicht den Kopf darüber zerbrechen, das wäre nicht so klug:

In der nicht allzu fernen Zukunft, in der Unternehmen nahezu jeden Aspekt des menschlichen Lebens kontrollieren, ist ein Mann namens Luke Gibson [ Cuba Gooding Jr. ] in einen Autounfall verwickelt, bei dem seine Frau und ihr ungeborenes Kind ums Leben kommen. Luke hat schwere Hirnschäden, aber die Hope Corporation unter Aufsicht von Projektleiter Virgil Kirkhill [ Val Kilmer ] stimmt zu, ihm einen Chip ins Gehirn zu implantieren, um sein Leben zu retten. Er entdeckt, dass dieser Chip auch ständig Werbung sendet, bis entweder die Person das Produkt erhält oder verrückt wird. Eine Gruppe von Untergrund-Hackern unter der Führung von Hal [ Michael Ironside ] und "Keyboard" [ Chad Krowchuk ] helfen ihm.

Gooding sieht hier gut aus, in Form, vor einem plötzlichen Autounfall zumindest, auf der Kreuzung gerammt wurden von der Seite, die Überwachungskameras haben alles aufgenommen. Barbarash führt die Regie, er galt mal mit als Mittäter, er hat mit Van Damme einiges gemacht und mit Michael Jai White, er versucht sich hier an einem Science Fiction Thriller, es wird die Gegenwart mit einiger Überzeichnung festgehalten, mit Projekten und Initiativen und Projektionen und Organisationen, mit geheimen Experimenten, mit etwas Wissenschaft und Forschung und Politik und Technik, es wird überall Werbung und Marketing eingespeist, alles ist quer finanziert. Halluzinationen werden geboten, zudem gibt es schlechte Nachrichten, ein allgemeines Vergessen, zu Beginn zumindest, man sieht Dinge, die nicht da sind und Dinge, die man nicht sehen sollte, es wird eine andere Gesellschaft gezeichnet, die Chinesen wirtschaftlich an der Macht, ansonsten Katastrophale Nachrichten, die Gesellschaft kurz nach der Finanzkrise, nach der Rezession, das Sozielle hier wenig Jubel, Trubel, Heiterkeit, Regierungen bankrott, Rettungspakete Schrott.

Eine Vorstellung der schönen neuen Welt mit den Augen von Gooding und den Worten seiner filmischen Schwester, sie weiss noch alles, er im Grunde genommen nichts mehr. Die Wohnung ist ganz schick, im alten Stil, etwas unaufgeräumt, die Kriminalitätsrate ist etwas gesunken, ansonsten ist das Szenario etwas steril, auch nicht wahnsinnig aufregend, aber solide bespielt und von der Regie bespitzelt, etwas auch von Sie leben!, eine Manipulation und Verschwörung dazu Promotion auf allen Kanälen und Ebenen, eine Beeinflussung und Beeinträchtigung des Geistes, eine Benutzung, eine Ausnutzung, der Besitz der Gehirne durch die Konzerne, eine aggressive Seite von Verkauf, dazu Einblenden von Texttafeln, ein Überfall auf einen Uhrenladen und die folgende Flucht vor der Polizei soll wohl so etwas wie Action sein; zumindest war Gooding selber aktiv und agil, er hat sich sein Gehalt verdient. Zudem spielt er auch tatsächlich die Hauptrolle, Kilmer wird immer mal eingespeist, die Haare etwas zu lang und ungepflegt wirkend, er macht quasi wie bei Vice (2014) den Willis, den Mann hinter allem, Gooding den Mann im Mittelpunkt, selbst mit Nahkampfqualitäten, nicht umsonst auch in Actionproduktionen eingesetzt, wenn auch eher der billigen Art und Natur, “Ziemlich sportlich, Alter!“ heißt es verdientermaßen hier.

Von der Oberwelt in die Unterwelt geht es bald, von der Oberfläche in das Innere der Geschichte, eine Gestaltung mit viel Kabeln und viel Kabbeleien, nicht nur in der Staatskasse der Regierung Ebbe, auch bei den Firmen hinter dem Film, eine Straßenecke wird meist gezeigt, die Wohnung, eine größere Lagerhalle, das ist mäßig spannend, ein Arrangement der preiswerten Art, die Darsteller wollen auch ihr Geld. Eine “Cyberreise“ voller Bruchstücke, eine Rekonstruktion aus digitalen Fußabdrücken, per Vid-phone quasi; etwas kürzer und strammer gehalten wäre nett, steht aber nicht zur Debatte, nicht zur Diskussion und Verfügung. Gooding ist hier viel am Ausrasten, das ist der Sinn des Ganzen, man braucht seine Wut für den Widerstand, im Virtuellen und im Virtuosen, so ist der Plan zumindest, ein hochdekorierter Kriegsheld auf Rachefeldzug, das soll die zweite Filmhälfte am Laufen halten, die nächste Lagerhalle, “Hey, ich bin Schauspieler, keine Ware.“, ein Kidnapping als Aufregung, am Anleihern, “Ich kann überhaupt nichts fühlen.“, das geht dem Zuschauer fast ebenso, es wirkt eher wie ein Fernsehfilm, viel Aseptisches, wenige akustische und visuelle Stimulie, weniger Können in der Dramaturgie, auch der zweite Nahkampf lässt zu wünschen übrig. Die Bildgestaltung ist eher farblos, fast schwarzweiß zuweilen, ein paar Farbkleckse hier und da, außer Kilmer in seinen Cameo ist eigentlich nur noch der Ironside auffällig und auch engagierter als alle anderen zusammen, Mitspieler gibt es sowieso wenig, ein Dutzend vielleicht, eigentlich fast ein Gruselfilm, negativ konnotiert zumindest, eine Dystopie am Aufnehmen und Bewahren, ein Sättigungspunkt erreicht, ein Showdown im Heizungskeller mit ein paar Schusswechseln, keine Win-Win-Situation, eher ein Verlustgeschäft.

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