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Als in Paris extrem verstümmelte Leichen gefunden werden, vermutet die Polizei zuerst einen äußerst brutalen Serienmörder als Täter. Doch Professor Jack Randall, ein amerikanischer Spezialist für heidnische Architektur, hat eine gänzlich andere Theorie. Seiner Meinung nach könnte ein Gargoyle, ein Drachenwesen aus der Vorzeit, sein Unwesen in der europäischen Millionenstadt treiben. Doch die Behörden glauben seiner fantastischen These nicht, sodass sich Randall gemeinsam mit einer Reporterin selbst auf die Jagd nach der geflügelten Bestie macht. Schon bald findet der Professor heraus, dass dieser Gargoyle offenbar jahrhundertelang unter einer alten Kirche eingeschlossen war und aus seinem Verließ befreit wurde. Allerdings ist diese blutrünstige Kreatur nicht das einzige Exemplar seiner Spezies...


Warum das Cover der DVD hier mit einer 18er Kennzeichnung versehen ist entzieht sich meiner Kenntnis, da der Film definitiv ab 16 Jahren freigegeben ist. Eine höhere Einstufung wäre dann auch viel eher ein mittelschwerer Witz gewesen, denn bis auch 1-2 kleinere Szenen, in denen etwas Blut fließt, gibt es im Bezug auf Härte nun wirklich nichts zu sehen.Die Geschichte, die sich laut Inhaltsangabe auch recht interessant anhört, verläuft vielmehr äusserst unspektakulär, was eigentlich sehr schade ist denn man hätte sicherlich viel mehr aus der vorhandenen Thematik herausholen können. Leider hat Regisseur Bill Corcoran dies aber versäumt, so bekommt man beispielsweise den Gargoyle der in Paris sein Unwesen treibt, viel zu selten zu sehen und wenn er dann endlich einmal im Bild ist, verschwindet er genau so schnell, wie er erschienen ist. So ist der Zuschauer in erster Linie mit den Hauptdarstellern konfrontiert, die sich auf die Jagd nach dem ominösen Wesen begeben und muss sich so allerlei ziemlich unlogische Dinge anhören, wie man das Monster denn besiegen könnte. Ganz generell sind die Dialoge in diesem Film nicht unbedingt als anspruchsvoll zu bezeichnen, was sich übrigens auch über das dargebotene Schauspiel sagen lässt. Vor allem der in die Jahre gekommene Nick Mancuso ist hier in der Rolle eines Pfarrers doch äusserst deplaciert und fällt lediglich durch sehr theatralisches und künstlich aufgesetztes Schauspiel auf. Die anderen Darsteller bewegen sich wenigstens größtenteils auf einem soliden Niveau, ohne dabei jedoch vollends zu überzeugen.

Doch das größte Problem der Geschichte ist es, das sich ganz einfach keine konstante Spannung aufbaut, trotz einiger wirklich interessanter Passagen kommt es immer wieder zu starken Spannungseinbrüchen. Zwar kann man das Bemühen sehr wohl erkennen, einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen, doch die teils guten Ansätze fallen immer wieder in sich zusammen, was natürlich fast schon zwangsläufig für ein stark getrübtes Sehvergnügen seitens des Betrachters sorgt. Dabei entfaltet sich an einigen Stellen eine sehr ansehnliche und teils sogar bedrohliche Grundstimmung, die aber keinesfalls die ganze Laufzeit über zu verspüren ist. Das mag auch darin begründet sein, das die Titelfigur des Filmes ganz einfach zu selten in Erscheinung tritt, ein paar zu kurze Flugeinlagen und wenige kurze Angriffe auf menschen reichen hier nicht aus, um ein ganzzeitig spannendes Szenario zu präsentieren, an dem man sich erfreuen könnte. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich das einen streckenweise das Gefühl überkommt, als wenn die Story irgendwie seltsam zusammengestückelt erscheint. Es ist ein ständiges auf und ab, die aufkeimenden Hoffnungen auf ein spannendes Filmerlebnis werden immer wieder im Ansatz erstickt, so das man sich zu keiner Zeit wirklich mit der Geschichte identifizieren kann.

Es ist immer wieder sehr schade mitanzusehen, das gerade im Bereich des Creature-Horrors so oft die gleichen Fehler gemacht werden und dem Zuschauer eine Geschichte präsentiert wird, die sicherlich genügend Potential besessen hätte, um für ein äusserst kurzweiliges Filmvergnügen zu sorgen. Stattdessen wird man aber letztendlich mit einem Geschehen konfrontiert, das immer wieder mit guten Ansätzen gewisse Begehrlichkeiten weckt, diese aber im Endeffekt nicht befriedigen kann. Hätte man hier beispielsweise eine etwas actionreichere Inszenierung bewerkstelligt, so könnte man wenigstens über eiinen hohen Unterhaltungswert sprechen. Doch leider ist im Bezug auf Action nicht sehr viel Positives zu vermelden, vielmehr hat man endlose Dialoge und etliche Logiklöcher in den Focus der Geschichte gesetzt, die auf die Dauer doch recht ermüdend sein können.

Was am Ende bleibt ist ein Film der eher belanglos vor sich hinplätschert und kaum nennenswerte Passagen beinhaltet. Viel zu unspektakulär erscheinen die gezeigten Ereignisse, so das sich das gewonnene Gesamtbild maximal auf durchschnittlichem TV-Niveau ansiedelt. Eine teilweise gelungene Atmosphäre kann keineswegs über die offensichtlichen Mankos wie beispielsweise die fehlende Action hinwegtäuschen, so das man letztendlich einen doch eher enttäuschenden Eindruck von diesem Creature-Movie gewinnt.


Fazit:

Vielseher und absolute Tierhorror-Freaks könnten eventuell sogar ihre Freude an diesem doch recht mittelmäßigem Film haben, wer jedoch etwas mehr erwartet, der wird kaum auf seine Josten kommen. Es fehlt diesem Werk an allen Ecken und Enden, um einen wirklich überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. So bleibt dann auch kein besonders nachhaltiger Eindruck und das Gesehene gerät ziemlich schnell wieder in Vergessenheit.


4/10

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