Manche alte Kirchen haben etwas Faszinierendes an sich, - je älter, desto mehr Mystik umgibt das Gebäude. An einigen Fassaden sind beispielsweise Wasserspeier angebracht, so genannte Traufrinnen, um die gesammelte Feuchtigkeit möglichst weit weg vom Mauerwerk abzuleiten. Jenen Skulpturen, manchmal drachenähnlich oder als Tierkopf gestaltet, haftet der mystische Glaube an, dass insbesondere die geflügelten Gargoyles in der Nacht zum Leben erwachen und erst bei Sonnenaufgang wieder zu Stein werden, - nur dumm für einige Bewohner rund um Paris, wenn das Vieh für eine Reihe von Enthauptungen verantwortlich ist.
Professor Jack Randall hat sich eingehender mit diesen Wesen auseinandergesetzt, nach dem Erscheinen seines letzten Buches wird er in Fachkreisen jedoch kaum mehr ernst genommen und schlägt sich mittlerweile mit zweitklassigen Jobs in Paris durch. Gemeinsam mit einer Freundin untersucht er die Kellergewölbe einer Kirche, welche bald abgerissen werden soll und stößt bei Erkundungen auf ein steinartiges Ei, das die Freundin mit nach Hause nimmt. Kurz darauf wird ihre verstümmelte Leiche aufgefunden und während der ermittelnde Inspektor von der Tat eines Serienkillers ausgeht, machen sich Jack und zwei Mitarbeiter eines Sensations-Senders auf, dem blutigen Treiben ein Ende zu bereiten…
Das zumeist nächtliche Paris stellt von Beginn an einen stimmungsvollen Schauplatz dar und auch die Innenräume der (wahrscheinlich in Rumänien stehenden) Kirche vermitteln eher eine Gruselatmosphäre, als die trashigen Gefilde typischen Monsterhorrors zu betreten.
Denn die Kreatur bleibt einige Zeit außen vor und als sie schließlich in Erscheinung tritt, geschieht dies auf eher unspektakuläre und nicht allzu blutige Weise.
Obgleich sich nichts gegen die flüssigen Bewegungen und die generell ordentliche Gestaltung des Flugdrachens einwenden lässt, tritt es zum Ende etwas zu sehr in den Hintergrund, zumal es sich insgesamt nur eine Handvoll Opfer krallt.
Derweil wird man mit den sympathischen Figuren schnell warm, auch wenn einige Dialoge ein wenig gestelzt erscheinen und ein paar Randfiguren mehr gewiss etwas belebender gewirkt hätten. So hat Jack immer wieder den Inspektor an der Backe, muss ein Videoband am Computer gefiltert werden, ein dubioser Priester mischt auch noch mit und die Eier, die zwischenzeitlich Töne von sich geben und hellrot aufleuchten, bringt die Crew letztlich auf die Idee zur Gegenwehr, die sie abermals in die verwinkelten Mauern der Kirche führt.
Zum Ende hin mangelt es leider etwas an Drive und Suspense, da die Handlung arg vorhersehbar abläuft und mitreißende Szenen eher Mangelware darstellen.
Eingefleischte Monster-Freunde bekommen demzufolge etwas wenig Material geliefert und auch Splatterfans bleiben arg auf der Strecke.
Die Story ist entsprechend dünn und verläuft überraschungsfrei, dennoch verbreitet sie zuweilen eine angenehm kühle Atmosphäre und sorgt mit dem Interieur der Kirche, als auch den einsamen Schauplätzen des nächtlichen Paris für angenehme Momente.
Passabel gespielt, ordentlich getrickst und handwerklich sauber ausgeführt, bietet dieser Streifen solide Dutzendware mit brauchbarem Unterhaltungswert ohne Anspruch.
Einmal sehen und gut.
5,5 von 10