Bill und Joan Compton sind typische Durchschnittsamerikaner: gesichertes Einkommen, elegantes Appartement. Alles stimmt. Fast Alles. Denn der Schein der "Heilen Welt" trügt: Ihre 19-jährige Tochter ist als Drogenabhängige aus einer Entziehungsanstallt entflohen. Und: Bill Compton hat den Dealer und Geliebten seiner Tochter getötet... Damit beginnt die bedrückende Tragödie einer Familie, die in dem fanatischenFabrikarbeiter Joe einen Erfüllungsgehilfen findet, weil sie sich selbst nicht mehr helfen kann. Ein Blick in die Drogenhölle New Yorks...
Der Film beginnt eigentlich nicht sehr vielversprechend, steigert sich aber kontinuierlich.
Zu Beginn bekommen wir ein Junkie-Päärchen präsentiert, die in einer heruntergekommenen Wohung hausen. Das ganze wirkt etwas naiv und Klischeehaft, hat aber auch seine eigene Art von Charme.
Als der Vater im Affekt den Freund seine Tochter erschlägt und er daraufhin in einer Kneipe Joe kennen lernt, könnte dies alles in einer Columbo-mäßigen Erpresser-Story enden... tut es aber nicht, Überraschung !! Joe ist sehr angetan von Bills Tat und stellt diese beinahe als heldenhaft dar. Bill fühlt sich natürlich geschmeichelt, er freundet sich mit Joe an und führt ihn in die Bessere Gesellschaft ein.
Als Bills Tochter verschwindet, machen sie sich gemeinsam auf die Suche und landen dabei u.A. aus Versehen bei einer dieser berüchtigten Sex-Orgien, die den beiden dann aber überraschend gut gefällt.
Am Ende gipfelt das ganze in einem Höhepunkt, der unerwartet hart ausfällt.
Der Film kann mit einigen "fetten Grinsern" aufwarten, Joe ist einfach zu kultig, zu Klischeehaft, und auch einige Szenen sind recht lustig dargestellt, wie die Sexorgie am Schluss, wo sich Joe und Compton die Haschpfeife teilen und genau dem Fröhnen, gegen das Joe davor so gewettert hatte. Auch wirkt der etwas trashige 70er-Jahre-Charme sehr sympathisch.
Wirklich "lustig" ist der Film jedoch nicht, aber dies ist nicht unbedingt von Nachteil für den Film, denn er ist auch ernsthafter und niveauvoller, als ich erwartet hatte. Die Bezeichnung "Drama" passt zwar nicht ganz, finde ich, trotzdem ist die Gesellschaftskritik, welche sich vor Allem im Charakter des Joe offenbart, nicht zu übersehen.
Ich hab mich sehr gut amüsiert, als ich den Film gesehen hab. Joe ist einfach krude-sympathisch, ein Arbeiter mit Halbglatze, der spießigen Werten nachweint und stolz auf sein Land ist. Und auch Compton kommt gut rüber, ein nicht unsympathischer Mensch der Oberschicht, der versucht, seiner missratenen Tochter zu helfen, und dabei eben an Joe gerät...