DREAD - Endlich wieder frischer Wind im folter-geprägten Horror-Genre.
Nach der letzt jährigen Offenbarung MIDNIGHT MEAT TRAIN reiht sich jetzt erneut eine Verfilmung einer Clive Barker-Story in die kleine Reihe mehr als sehenswerter Neuveröffentlichungen.
DREAD stellt die kranke Obsession eines Einzelgängers in den Vordergrund, der von den Ängsten seiner Mitmenschen geradezu besessen ist. Von dieser Faszination getrieben überredet er den Filmstudent Stephen dazu, für seine Abschlussarbeit seine Kollegen vor laufender Kamera mit ihren größten Ängsten zu konfrontieren. Das Experiment gerät außer Kontrolle...
Die Verfilmung der Kurzgeschichte ohne Monster und Konsorten lebt von ihrer verstörenden Grundhaltung. Das Phänomen der Furcht und der Umgang der Protagonisten mit diesen Erfahrungen bildet die zentrale Frage des Films. Das Grauen schleicht sich langsam heran, Spannung steigert sich kontinuierlich bis zu einem Ende, dass in dieser brachialen Form noch lange im Gedächtnis bleibt.
Regie-Neuling Anthony DiBlasi spielt dabei geschickt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, einzelne Schockeffekte werden geschickt in die Handlungsstränge integriert ohne aufgesetzt zu wirken. Er lässt sich Zeit für die Entwicklung der Charaktere, deren Handlungen jederzeit nachvollziehbar scheinen - natürlich tragen die durchweg herausragenden Leistungen der attraktiven Jungdarsteller dazu ihren Teil bei.
Clive Barker ist für seine tiefgängigen Stories bekannt - DiBlasi schafft es auf sensationelle Weise, diese psychologischen Aspekte auf die Leinwand umzusetzen. Zudem bildet der stimmige Soundtrack einen hervorragenden Rahmen für die düsteren Bilder, die von der Ästhetik manchmal an neuzeitliche Videoclips erinnern.
FAZIT: Obwohl der Streifen manchmal an den jüngst erfolgreichen MARTYRS erinnert (was nicht unbedingt das schlechteste Vorbild ist) lebt er doch von einer eigenständigen Geschichte. Auch Gorehounds kommen auf ihren Geschmack: Einzelne Szenen gehen derartig an die Nieren, dass man sich an diesen Stellen freut, in Deutschland - was selten genug ist - unzensiert das Geschehen zu verfolgen. Für eingefleischte Horrorfans bietet dieser kleine Film anspruchsvolle, knallharte Kost für unempfindliche Mägen - ein absoluter Geheimtipp!
(9 / 10)