Student Stephen (Jackson Rathbone) lernt auf dem Campus zufällig Quaid (Shaun Evans) kennen, der kontroversen Humor pflegt und den Anschein macht, leicht aggressiv zu werden. Trotzdem freunden sich beide an, da Quaid eine Idee für Stephen´s Semesterarbeit hat: Zusammen mit der Cutterin Sheryl (Hanne Steen) starten sie ein Projekt, bei dem sie andere Studenten zu ihren tiefsten Urängsten befragen. Doch weder Stephen noch Cheryl ahnen, dass dieses Projekt für Quaid eine ganz andere Bedeutung hat und er eine Stufe weitergeht...
Unter dem Deckmantel "Horrorfilm" entpuppt sich nach einem etwas zähen Beginn ein Psychothriller der Extraklasse - ein Film, der mal wieder tiefste Abgründe einer menschlichen Seele zeigt.
Was der Zuschauer auf jeden Fall mitbringen muss, ist Geduld. Denn ansonsten verliert er mehr Nerven wie die Piratenpartei momentan Anhänger. Obwohl ein klitzekleiner Horror-/ Slasheranteil in der ersten halben Stunde der Höhepunkt ist (ich liebe es, wenn irre Schlitzer ein Beil über den Boden schleifen), dienen diese Szenen lediglich dazu, den Zuschauer in die Irre zu führen. Denn dieser Axtmörder ist Quaid´s eigenes Kindheitstrauma, da er als kleiner Junge zusehen musste, wie eben jener seine Eltern ermorderte. Neben diesem Zeitsprung in die Vergangenheit sehen wir auch noch eine elektrisierende Szene von Quaid´s Wahnvorstellungen in einem Nachtclub, der seit der Ermordung seiner Eltern Tabletten nehmen muss.
Hat man die erste halbe Stunde überstanden, in der lediglich die Charaktere vorgestellt und lahme Interviews von freiwilligen Studenten geführt werden (naja, es hört sich schlimmer an, wie es ist), bemerkt man die ersten Risse in Quaid´s Seele. Spätestens ab dieser Stelle packt dieser Film auch die Zuschauer in der letzten Reihe, da die Abgründe eines kranken Geistes so tief blicken lässt und einen (für mich) unerwarteten, richtig fiesen Verlauf nimmt, der immer intensiver und dramatischer wird.
An dieser Stelle will ich auch mal den Darsteller Shaun Evans hervorheben, der exzellent die Rolle des Psychopathen spielt. Evans könnte mit den Skarsgårds verwandt sein. Vielleicht ist es das schwedische Aussehen, was ihn so faszinierend macht. Auf jeden Fall wundert es mich schon ein wenig, wenn ich in seine Filmhistorie schaue, und bemerke dass er nach "Dread" nicht noch in weiteren großen Produktionen mitgewirkt hat. Einfach klasse, wie er hier seinen Job macht.
Die 18er Freigabe ist defintiv richtig, da es neben den wenigen, aber dafür äußerst blutigen, Gewaltszenen einfach eine kranke Geschichte ist, die teilweise sogar im Torture Horror-Genre wildert.
Wer auf Psychothriller steht und kein zart besaitetes Seelchen besitzt, sollte definitiv zugreifen. Neben- und Nachwirkungen sind definitiv garantiert!
8/10