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Bill Williamson (Brendan Fletcher) hat die Probleme, die jeden 23-jährigen Quälen: Seine Eltern drängen ihn zum ausziehen, im Job bekommt er nicht genug Anerkennung und er sucht seinen Platz im Leben. Sein Kumpel Evan Drins (Shaun Sipos) verbreitet radikale Ideen von einer Gesellschaft, die sich selbst erhält und die reinen egomanen auschaltet. Doch in Bills Augen redet Evan nur, während er den Entschluss fasst endlich zu handeln.
Soviel zur Story, die eigentlich recht banal klingt aber vor Gesellschafts- und Konsumkritik nur so strotzt. Sowohl die Idee, das Drehbuch, als auch die Regie übernahm dabei Uwe Boll. Bevor es jetzt einen Aufschrei gibt: Der Film ist dennoch sehr gut und Boll zeigt, dass er nicht nur Grütze abliefern kann. Bis auf minimale handwerkliche Fehler, wie der etwas lange Leerlauf zu Anfang und die vielen Wiederholungen, die man zwar als stilistisches Mittel auslegen kann, aber in meinen Augen nur dazu deinen Spielzeit zu schinden, kann man dem Werk eigentlich nichts vorwerfen.
Die Darsteller liefern eine ordentliche Leistung ab. Vor allem der Hauptdarsteller spielt intensiv und wirkt in manchen Szenen etwas abgedreht, aber gleichzeitig auch immer berehcnend und kaltblütig. Auch Shaun Sipos weiß zu überzeugen. Einzig Bills Eltern fallen etwas ab und wirken zu aufgesetzt und unglaubwürdig. Dies kann abr auch an den Dialogen liegen, die doch etwas holprig sind und etwas mehr Feinschliff vertragen könnten. Doch Ansonsten gibt es in dem Bereich nichts zu meckern.
Auch die Story um den Amoklauf scheint nur auf den ersten Blick so banal, wie man vermuten würde. Während der Film läuft entfaltet sich diese immer wieter und lässt tiefgreifende Konsum- und Gesellschaftskritik durchsickern, die zwar oft mit dem Holzhammer präsentiert wird, z.B. gerade zu Anfang durch ständige Nachrichteneinblendungen aus dem Off, aber gerade dies passt zu dem Film und zu Bills Gemütslage. Dabei wird deutlich, dass er ein Ziel verfolgt und das heißt, die auszulöschen, die die Ressourcen verschwenden. Doch dieses Ziel verfolgt er dabei inkonsequent und dem Zuschauer wird nach und nach klar, dass er noch andere Intentionen verfolgt.
Boll schafft es dabei das Gechehen gut einzufangen. Manchmal hält die Kamera voll drauf, während sich vieles auch nur im Kopf abspielt. Hierbei steigert er sich aber immer mehr und schafft es dadurch das, im Grunde langweilige, Gemetzel mit einem Spanungsbogen zu versehen. Auch tonal wird dies unterstützt. Sieht man das Gesicht des Huptdarstellers hört man oft die Umgebung wie er sie hören würde. Auch werden viele Szenen mit Musik untelegt und Schüsse sowie Schreie ertönen nur Dumpf aus den Boxen oder werden ganz ausgeblendet. Dies erhöht die Intensität in diesen Szenen ungemein.
Abschließend bleibt also ein Film, der zeigt, dass Boll durchaus gute Filme abliefern kann, sowohl handwerklich als auch storytechnisch. Rampage regt zum Nachdenken an, auch wenn die Botschaft etwas mit dem Holzhammer daher kommt, und ist, bis auf etwas Leerlauf, spannend und ansprechend inszeniert.

7/10

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