Review

Nach Motiven von „Ich weiß, mit wem du letzten Winter Schlitten gefahren bist“ und Konsorten kommt ein ähnlicher Vertreter daher, der es mit Originalität und Kreativität nicht so genau nimmt. Teens auf einer abgeschotteten Insel und als Motiv mal wieder Rache, - ohne die halbwegs passablen Twists gegen Ende könnte man die Nummer fast vergessen.

Die Handlung teilt sich in zwei Ebenen auf: Zum einen ist da Jenna, die offenbar einzige Überlebende, die von Cop und Psychologin befragt wird und der hauptsächliche Ablauf auf der Insel, auf der reihum gestorben wird und man nur noch raten muss, ob jemand aus der Gruppe oder eine außenstehende Person meuchelt.

Nach einer etwas zu langen Vorlaufzeit von einer halben Stunde mit den üblichen Abläufen (Posen, bömbeln, saufen) baumelt das erste Opfer kopfüber im Wald, danach geht es im Minutentakt weiter, bis nur noch zwei übrig sind.
Die Figurenzeichnungen umfassen stereotype Gestalten und werden von gerade mal brauchbaren Mimen verkörpert. Sieben junge Leute, die vorm Schulabschluss noch einmal feiern wollen, geraten nach einiger Zeit in Panik und verdächtigen sich gegenseitig, während sich Hinweise häufen, dass ein einschneidender Vorfall auf einer Party auf ein handfestes Rachemotiv hindeutet. Allerdings wirken die jeweils am Tatort platzierten Schriftzüge wie „Evil“, „Guilty“ oder Innocent“ eher willkürlich, vor allem, weil die Gruppe daraus ein hanebüchenes Anagramm ableitet.

Leider mangelt es den Ableben an Härte und Ideenreichtum. Mal eine Giftschlange, dann Ertrinken im Zuber über das Zuschlagen mit einer Schaufel, - da schauen Gorehunde reichlich in die Röhre und auch Genrefans des Slashers wurden oftmals mit mehr Pep bedient.
Eine FSK16 scheint angemessen, da fast überhaupt kein Blut fließt.

In Sachen Tempo und Drive geht es erst zum Showdown etwas beherzter zur Sache, bis dato nimmt die Rahmenhandlung mit den Befragungen immer etwas Tempo heraus, während nicht allzu viel Bewegung im Spiel ist und die austauschbaren Kulissen zwischen Polizeibüro, Inselwelt und Hütte kaum Abwechslung schaffen, einzig der Score treibt ein wenig an.
Willkommen sind allerdings drei finale Twists, die zwar ein paar unwahrscheinliche Fakten einbinden, jedoch teilweise so kurios erscheinen, dass man den ermittelnden Cops nicht nur mangelnde Absicherung in Sachen Recherche vorwerfen möchte.

So sucht man nach einer verbuddelten Leiche, auch den kleinen Schoßhund, spielt mit Eiswürfeln bis Blut dran tropft, findet zwei Funkgeräte, vermisst die Yacht, verfängt sich in der fast schon obligatorischen Bärenfalle und schüttet sich mit Tequila zu.
Am Ende ist man zumindest dankbar für etwaige Wendungen, denn sonderlich einfallsreich oder gar markant gestaltet sich die Chose im Gesamtbild nicht.

Dennoch könnten Genrefreunde einen vorsichtigen Blick riskieren, die mehr auf abstruse Wendungen denn auf brutale Ableben oder Folter stehen.
Für passable Kurzweil ist zumindest gesorgt und wer noch nicht allzu viele Beiträge des Slashers gesehen hat, könnte zum Showdown sogar einige Male überrascht werden.
Okay inszeniert, ansonsten austauschbares, wenn auch unterhaltsames Mittelmaß.
5 von 10

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