Review

Teil 1

„Heißer Verdacht“ kenne ich noch vage aus einer Zeit als man TV schauen konnte ohne sich komplett für dumm verkauft zu fühlen. Keine Ahnung welche der damals gesehenen Episoden den sehr positiven Eindruck hinterliess, der mir noch heute in Erinnerung ist. Jedenfalls war ich doch sehr überrascht, als endlich die erste Episode auf zwei DVDs veröffentlicht wurde.Natürlich kam ich an den beiden Disks in meiner Stammvideothek nicht vorbei und nahm sie mit der Hoffnung auf einen angenehmen Ausflug in die besseren Zeiten der TV-Unterhaltung sofort mit nach Hause. 

In London wird eine stark misshandelte, tote Prostituierte aufgefunden. Der ermittelnde Kommissar hat den vermeintlichen Täter schnell in einem vorbestraften Vergewaltiger ausgemacht. Leider stirbt der Kommissar recht früh im Verlauf der Ermittlungen an Herzversagen. Jane Tennison (Helen Mirren) wird zu seiner Nachfolgerin ernannt. Schnell stellt sie fest, daß ihr Vorgänger in seinen Ermittlungen nicht allzu genau vorging und der Verdächtige muß auf freien Fuß gesetzt werden. Dadurch bringt sie einige ihrer Mitarbeiter gegen sich auf, die denken sie wolle nur den alten Chef posthum bloßstellen. Fortan muß sie sich nicht nur mit der Lösung des Falles, sondern auch noch mit den Intrigen und Vorurteilen ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen. Im Laufe ihrer Ermittlungen stellt sich heraus, daß die erste Tote eigentlich eine ganz andere Person ist als ursprünglich angenommen und es sich hier nicht um eine Einzeltat sondern um einen Serienmördern handeln muß. 

Schauspielerisch und inszenatorisch kann man dieser TV-Produktion absolut nichts vorwerfen. Alle Akteure spielen solide bis gut, die Regie ist eigentlich auch fehlerfrei.Die Probleme dieser Episode liegen mehr im drehbuchtechnischen Bereich und in der Länge (beide Teile zusammen ca. 200 Minuten).  Durch die Querelen mit ihren Mitarbeitern, ihrem Lover usw. zieht sich die Handlung ziemlich in die Länge, worunter die Spannung deutlich leidet. Die eigentliche Krimistory tritt dabei leider oft zu stark in den Hintergrund und eine tiefergehende Erklärung für das Morden fehlt am Ende leider auch noch. Es sei denn die Annahme, diese Person sei einfach verrückt, genügt dem Zuschauer… 

Fazit: Nach dem Anschauen war mir klar, daß dies keine der Episoden war, die ich von früher kannte und auf denen sich der bis heute gute Ruf dieser Reihe begründet. Dieser erste Teil der englischen TV-Krimi-Reihe bietet zwar ordentliche Unterhaltung mit durchweg guten DarstellerInnen. Leider ist die ganze Sache aber mit einer Spielzeit von über drei Stunden um mindestens 45 Minuten zu lang geraten was man als Zuschauer deutlich an den vielen spannungstechnischen Durchhängern bemerkt.

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