kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 13.01.2013
Der Farbentzug und die Tristesse der hier aufgestellten Dystopie sowie die sehr spezielle Animationsform weckt auf Anhieb Erinnerungen an „Film Noir“ und „Renaissance“; Wasserköpfe sitzen auf ausgemergelten, kleinen Körpern und stellen so eine Überdrüssigkeit des Systems treffend dar, das Individualität nicht mehr zu erlauben scheint. Es handelt sich um real aufgenommene Standaufnahmen von Gesichtern und Körpern, die dann durch CGI-Bearbeitung zum Leben erweckt werden. Das Ganze wirkt auf bizarre Weise gleichzeitig tot (wegen der unecht wirkenden Emotionen) und doch lebendig (wegen der fotorealistischen Texturen), passt also hervorragend zur Thematik. Zwar wirken viele Einstellungen recht starr, allerdings wird der gleichförmigen Aufnahme der Figuren (meist frontal oder seitlich) mit aufwändigen Kamerafahrten und –Perspektiven entgegen gewirkt, so dass „Metropia“ wesentlich abwechslungsreicher wirkt als die genannten Alternativen. Inhaltlich ergeben sich leider nicht viele Innovationen; im Fokus steht einmal mehr der identitätslose Mitarbeiter aus dem Ameisenhaufen, der von einer Femme Fatale in den Widerstand gezogen wird.
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