Review

Sie glauben, sie hätten es geschafft, aber das haben sie noch lange nicht. Die Schüler, die aufgrund ihrer einzigartigen Talente die berühmte New Yorker School of Performing Arts besuchen dürfen, müssen dort tagtäglich, dem Leistungsdruck ausgesetzt, ihr Können beweisen.

Musikfilme wie "High School Musical", "Hairspray" oder "Step up" verbuchen momentan, vor allem aufgrund der großen Beliebtheit, der sie sich bei den Teenagern erfreuen dürfen, regelmäßig große kommerzielle Erfolge und auch Castingshows sind tagtäglich in den amerikanischen und deutschen TV-Programmen vertreten und erfolgreicher denn je. Und auch "Fame", der auf seinem bekannten Vorbild von 1980 und der gleichnamigen Serie basiert, versucht auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen und ist so sogar einer der besseren Genre-Beiträge der letzten Zeit.

Dabei werden zwar einige Stereotypen aufgewärmt, aber die Darstellung der knallharten Ausbildung, die die kreativsten Schüler New Yorks und der gesamten Vereinigten Staaten so durchschreiten, ist solide dargestellt, auch wenn natürlich sehr Vieles aus dramaturgischen Gründen deutlich geglättet wirkt, sodass "Fame" unterm Strich jedoch auf eigenen Beinen steht und nicht ausschließlich aus Stereotypen und Klischees zusammengeschustert ist. Die Jugendlichen gewinnen zwar nicht allzu stark an Profil und werden in der kurzen Laufzeit, in der die gesamte Schullaufbahn abgehandelt wird, nicht tiefer konstruiert, aber es gelingt doch zumindest teilweise, darzustellen, wie viel den betreffenden Schülern daran liegt, ihre Selbstverwirklichung als Schauspieler, Sänger oder Tänzer zu finden, den Durchbruch zu schaffen. Und gerade dieser Aspekt ist es, den "Fame", der natürlich auch kaum dramaturgische Tiefen zu bieten hat, vielen anderen Genrefilmen voraushat.

Da das Erzähltempo recht hoch gehalten ist und man zwischenzeitlich immer mal wieder das Gefühl bekommt, dass Regisseur Kevin Tancharoen, der hier sein Debüt abliefert, ein wenig zu schnell durch die Zeit von Aufnahme bis Abschluss hetzt, kommt außer oberflächlicher Dramaturgie und einem ordentlichen Unterhaltungswert nicht allzu viel zustande, was eigentlich relativ enttäuschend ist, da bei ein paar dramaturgischen Spitzen und etwas tiefer konstruierten Charakteren ein richtig guter Film drin gewesen wäre. Dafür leistet Tancharoen aber zumindest audiovisuell sehr gute Arbeit, serviert mit perfekt choreographierten und inszenierten Tanzszenen und einer gelungenen Auswahl an Musikstücken, die "Fame" jederzeit passend unterlegen, einen modernen Musical-Teeniefilm-Mix, der durchaus sympathisch daherkommt und durchgehend zu unterhalten weiß, auch wenn zum Ende hin vielleicht ein wenig übertrieben wird. Dabei wirken die Gesangs- und Tanzeinlagen auch bei Weitem nicht so aufgesetzt und aus dem Zusammenhang gerissen, wie es beispielsweise bei "High School Musical" der Fall ist, vielmehr ordnen sie sich dem Ablauf des Films unter und ergänzen den Musikfilm, genauso, wie es im Idealfall sein soll.

Bei den Darstellern handelt es sich größtenteils um weitestgehend leidlich bekannte Namen, die jedoch allesamt gesanglich und choreographisch überzeugen und vor allem sehr sympathisch daherkommen, was in diesem Fall auch schon die halbe Miete für eine überzeugende Vorstellung ist. Darstellerisch wird dabei größtenteils überraschend Gutes geboten. An dieser Stelle wäre dann besonders Kay Panabaker, die hier als etwas reservierte, aber enorm talentierte und fleißige Schülerin auf ganzer Linie überzeugt, während viele der unverbrauchten Gesichter erfreulich gute Leistungen auf die Leinwand bringen, wobei beispielsweise Collins Pennie als angehender Rapper eher hölzern wirkt.

Fazit:
Mit seinem sympathischen Cast aus unverbrauchten, jungen Darstellern, seiner audiovisuell gelungenen Inszenierung und der zumindest solide gestrickten Story unterhält "Fame" trotz des mitunter gehetzten Erzähltempos und einiger verwendeter Stereotypen durchaus gelungen, besser sogar als die meisten anderen Genre-Vertreter. Daher eine klare Empfehlung an die Zielgruppe, aber auch ansonsten durchaus sehenswert.

64%

Details
Ähnliche Filme