Was bleibt einem an Kommentar zu diesem Film noch übrig? Mitte der Neunziger Jahre machte dieses Werk Furore in allen Mündern, jeder erzählte sich von einem noch nie größer gewesenen Gore-Faktor und unglaublich derben Splatterszenen, die ihresgleichen suchten – und all das kombiniert mit sarkastischem Humor und herber Situationskomik. Um den Regisseur, der bereits zuvor mit einem Glanzwerk namens „Bad Taste“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, scherte sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Die Handlung: irgendwie gelangt ein seltenes afrikanisches Tier an Eingeborenen vorbei in einen Neuseeländer Zoo. Dort peinigt es nicht nur die affigen Zellennachbarn aufs Gröbste, sondern beißt fatalerweise die alte Herrin von Muttersöhnchen und Oberspießer Lionel in den Arm danach segnet das Viech dank Mamas Rabiatheit schnell das Zeitliche, doch leider breitet sich nun in Mutti eine Krankheit aus, die sie mehr und mehr in einen Zombie verwandelt. Nach der Beerdingung kommt sie wieder hervor und jeder, der ihr zum Opfer fällt verwandelt sich ebenfalls in einen Zombie. Eine zeitlang kann der äußerst toughe Lionel die Sache unter Kontrolle halten – bis sein nerviger Onkel aus Amerika hinter das Geheimnis kommt und zu allem Überfluß im Haus der Mutti eine Party schmeißt...
Und dann geht das ulkigste, brutalste und bluthaltigste Zombiegemetzel der Filmgeschichte los. Jeder, der einigermaßen etwas an Nerven und Magen hat sollte sich diesen Film in unzensierter Version einmal gegeben haben. Das gnadenlose Töten gerät zur Farce, zur Komödie nahezu, sodass es auch fast schon verständlich scheint, warum dieser Film auf die Liste der § 131er gesetzt wurde. Denn die Gewalt wirkt zwar bisweilen komisch und deutlich überzogen, ist aber von den Effekten her durchweg heftig und nicht zu unterschätzen. Menschen werden deutlich sichtbar Gedärme rausgerissen, Gliedmaßen abgetrennt und durch die Körper geschlagen – trotz einer bewusst humorvoll inszenierten Einlagen bedarf es wie gesagt grundsätzlich schon harter Nerven, darüber wirklich lachen zu können.
Doch der Film wirkt nicht wirklich mehr billig, obwohl als Low-Bugdet klassifiziert, die Darsteller können sich sehen lassen und die Effekte sind durchweg ordentlich. Einige Passagen sind sogar in der Tat auch ganz ohne Splatter richtig witzig (z.B. mit dem Zombiekind auf dem Spielplatz), dass man den mangelnden Ernst des Filmes doch relativ unschwer erkennen kann und sich so bester filmischer Unterhaltung erfreuen kann. Begleitet wird das ironische Schauspiel stets von der ulkigen Mimik des vertrottelten Hauptdarstellers, der sich immer die größte Mühe macht, die Kontrolle zu bewahren.
Fazit: eine ungewöhnliche, effektreiche Komödie für Hartgesottene. Nur eine Warnung: für kleine Herr-der-Ringe-Fans, die sich seit dem Ansehen und Bestaunen selbiger Trilogie für die früheren Werke eines Peter Jackons interessieren, seien vorgewarnt: „Dead Alive“ ist nicht umsonst in Deutschland nicht zu haben.