Gibt es ein Rezept, um die Begeisterung für „Braindead“ verspüren zu können??
Ehrlich, wenn ja, dann würde ich es gerne in Anspruch nehmen. Es ist ja nicht so, dass man es nicht versucht, aber egal wie ich mich modelliere, irgendwie klappt es einfach nicht. Deshalb übe ich mich ganz dreist in Blasphemie….
Nun ja, zugegeben, alle vermeintlichen Stärken, die der Film aufweist, sind in meiner Kriterienliste eher unten angesiedelt, so dass die Vorraussetzungen für „Braindead“ schon denkbar schlecht sind.
Die Kombination aus Splatter und schwarzen Humor veranlasst mich jedenfalls nicht zu einem Freudentanz.
Das Stichwort Ideenreichtum ist auch so eine Sache. Die innovative Darstellung von Zombies verpackt in einer absolut abgefahren Story scheint ja wirklich begeistern zu können, aber der Trash an der ganzen Sache ist objektiv auch existent. Genialität definiert jeder anders und das ist auch legitim.
Dem folgt ein weiteres Problem, denn ein Schelm wie ich bin, bewertete ich auch nicht jeden Film, der auf ARTE läuft oder sich als „Independent“ schimpft mit einer dicken zehn.
Immerhin gelingt „Braindead“ optisch im Vergleich zu „Bad Taste“ den Sprung vom C- zum B-Movie, aber mehr wirklich nicht. Technische Raffinessen sind nicht notwendig, denn das andere Extrem von sinnloser, bleigeschwängerter Effekthascherei ist schon gar nicht das Wahre, aber trotzdem ist es legitim Offensichtliches, ohnehin subtil, zu erwähnen.
Zweifelsohne, im Rahmen des Budgets, das vermutlich schon durch den exzessiven Einsatz von Kunstblut ausgeschöpft war, ist das noch ganz ordentlich, vor allem die Kameraführung ist teilweise wirklich kreativ und daher auch gelungen.
Nun wird es aber schon wirklich schwierig nach etwas Genialem zu suchen.
Da wäre noch der Gebrauch von Blut in rauen Mengen und der Ruf als einer der brutalsten Streifen. In Ordnung, wer mag, der kann sich auch über diese Dinge erfreuen, aber eine gravierende Stärke kann es eigentlich wohl auch nicht wirklich darstellen!? Oder bin ich da etwas zu konventionell gestrickt?? Bei der Gelegenheit sei auch erwähnt, dass ich nicht dem inneren Kreis der FSK angehöre.
In höchsten Tönen wird der Witz in Form von Slapstick gelobt. Na ja, in der Tat ist man bemüht durch hoch dosierten und überspitzten schwarzen Humor die Lachmuskeln zu strapazieren. In dieser Form war es zu Beginn sogar erfrischend, wenn auch nicht originell und einzigartig. Lässt man sich darauf ein, ist es anfangs bestimmt lustig, aber andererseits wirkt es über eine Dauer von mehr als 100 Minuten ein wenig trivial, weil etwas wie Abwechslung nun wirklich auch nicht gegeben ist.
Alles bleibt wie gehabt, die „Braindead“ Magie und der Peter Jackson C- äh B-Movie Hype ist nicht jedermanns Spaß, vor allem wenn die „Genialitäten“ nicht zünden. In diesem Fall bleibt nur die oberflächliche Betrachtung übrig und da, so Leid es mir tut, ist „Braindead“ nun wirklich kein Meisterwerk. (3/10)
So, nun gehe ich aber endlich in den Keller. Heute habe ich noch gar nicht gelacht….