„Braindead“...Splatter meets Slapstick vom „LOTR“ - Verfilmer Peter Jackson.
Jeder fängt mal klein an... So auch der gefeierte Meisterregisseur Peter Jackson. Nach „Bad Taste“, seinem ersten Splattermovie, der Jahre bis zu seiner Fertigstellung bedurfte. Folgte „Braindead“, der bislang blutigste und witzigste Splatterfilm aller Zeiten!!!
Gute 14 Jahre ist dieser Streifen nun schon alt und hat dementsprechend eine lange Beschlagnahmungs- und Zensurbiographie aufzuweisen. Diejenigen die den Film schon mal gesehen haben, können dies vielleicht ein wenig nachvollziehen...
Mehr Budget und mehr Erfahrung sollten aus „Braindead“ den qualitativ hochwertigsten Splatterfilm werden lassen und das meiner Meinung nach bis zum heutigen Tage!
Wir schreiben das Jahr 1954- Eine Expeditionsgruppe fängt ein Exemplar einer seltenen Affenart, um es in Neuseeland im Zoo auszustellen. Die Eingeborenen der Insel sind damit gar nicht Einverstanden das ihr Äffchen vom Weißen Mann stibitzt wird. So muss die Expeditionsgruppe die Beine in die Hand nehmen, um vom aufgebrachten Stamm zu fliehen. Bei der Fluchtaktion wird einer vom putzigen Äffchen gebissen und es folgt der Ausspruch: „He’s got the bite!“ und Zack ist schon der Arm mit der Machete vom Rest des Körpers abgetrennt worden... restliche Extremitäten müssen auch dran glauben, bis der Kopf dran ist und aus dem spritzenden Blut „Braindead“ auf dem TV-Schirm erscheint.
„Puh dat fängt ja jut an!“ dachte ich mir und erwartete gespannt den Fortgang der Story, weil ich keine Ahnung hatte warum der Gebissene gleich wegen ’nem Affenbiss das Zeitliche segnen musste- Gabs denn damals keine Tollwutimpfung?!
Wir lernen das Muttisöhnchen Lionel kennen, der mit seiner herrschsüchtigen Mutter zusammenlebt. Eines Tages besuchen beide den Zoo und sieh an, da ist ja unser putziges Äffchen und es hat sogar einen Namen, nämlich „Ratmonkey“...nette Idee, eine Kreuzung zwischen Affe und Ratte-Das muss beim poppen lustig ausgesehen haben!
Wie der Zufall es so will wird Lionels Mutter, die eine echte Nervbacke ist, vom Affen gebissen. So geht es Lionels Mutti von Tag zu Tag schlechter und weist komische Verhaltensweisen auf, wie zum Beispiel den lieben Haushund zu verspeisen. Lionel macht sich langsam Sorgen um seine Mutter, die aber dann letztendlich doch das Zeitliche segnet.
Wer denkt das hier Schluss ist, der irrt sich gewaltig, denn jetzt geht’s erst richtig los. Lionels Mutter erwacht von den Toten (jetzt wurde mir übrigens auch klar warum der Kerl am Anfang abdanken musste) und beisst munter andere Neuseeländer, die dann selbst zu menschenfleischgierigen Kreaturen mutieren. Lionel bekommt das mit und versteckt die, ich nenne sie mal Zombies, in seinem Keller und dröhnt sie immer schön mit Beruhigungsmitteln zu. Doch eines Tages kommt es dann zum Malheur, denn die Zombies brechen aus dem Keller aus. Es kommt zum Geschlachte der Superlative!!!
Herrlich sinnfrei aber dennoch kreativ kommt uns Jacksons Rattenaffenzombieplot daher! Das Hirn bedarf bei diesem Film keiner anderen Funktion, als die optischen und akustischen Reize sinnfrei zu verarbeiten.
Genial ist Lionel, der die ganze Zeit total verpeilt ist und nur zum Schluss den richtigen Mann raushängen lässt. Schauspielerisch gesehen sind alle Darsteller sehr O.K. für das Genre und die kleine Liebesgeschichte im Film ist auch ganz putzig und stört nicht.
Das Set ist im Stil der 50iger Jahre als sehr gelungen zu bezeichnen und demnach mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden.
Aber jetzt zum wichtigsten Faktor von „Braindead“...Die Effekte!
Splatter und Gore im Überfluss, mehrere tausend Liter Kunstblut wurden verspritzt, allein bei der filmhistorischen Rasenmäherszene 300 Liter pro Minute! Einfach unglaublich!
So ist neben den Unmengen an verspritztem Lebenssaft auch noch ein wandelnder Darm samt Magen zu bewundern und unzählbare geniale Gore und Splattereffekte. Hier wird draufgehalten und nicht nach zwei Sekunden weggeblendet.
Markenzeichen „Braindeads“ ist das Verbinden von Gore mit Humor. Szenen wie der Zombiepriester Kung- Fu auf dem Friedhof mit ein paar Dumpfnasen exerziert, oder wie er die Zombiekrankenschwester auf dem Wohnzimmertisch vernascht und ihr halbabgerissener Kopf ihr dabei Probleme bereitet sind der Oberbrüller!!! Aber auch die Zombiebabypassage ist zum totlachen!
Es gibt so vieles was man noch zu diesem Film schreiben könnte, aber zuviel spoilern muss ja auch nicht sein!
In diesem Sinne bekommt „Braindead“ natürlich für die Kategorie Splatterfilm
10 Punkte...leider geht nicht mehr!!!