Peter Jackson´s dritte Regiearbeit zählt für mich zu den besten Horrorfilmen, welche jemals gedreht worden sind. Kein Wunder, dass " Braindead " schon eine riesige Fangemeinde hat und absoluten Kultstatus besitzt. Schade dass Jackson sich lieber heute mit lahmen Remakes wie " King Kong " beschäftigt, anstatt sich in dieser Sparte weiter zu bewegen. Mit seiner eigenen Produktionsfirma Wing Nut Films verwirklichte er sein Traumprojekt mit dem bis dato höchsten Budget, welches trotzdem nur auf B-Niveau war. Jackson schrieb zusammen mit Stephen Sinclair das witzige Drehbuch und wirkte auch noch am Screenplay mit. Trotz des sehr hohen komödiantischen Anteils, wurde der Film bundesweit beschlagnahmt und lief noch nie im deutschen Pay oder Free TV. Wunderlicherweise gab es eine deutsche Kinoauswertung 1993, natürlich in gekürzter Form.
Story:
Neuseeland 1954: Durch den Biss eines seltenen Rattenaffen, werwandelt sich die Mutter des schüchternen Lionel ( Timothy Balme ) in einen Zombie. Lionel versucht das zu vertuschen, doch bald hat er eine ganze Leichensammlung im Keller. Zu Guter Letzt veranstaltet sein Onkel auch noch eine Party und das Unheil nimmt seinen Lauf. Alle Gäste verwandeln sich in blutrünstige Bestien und Lionel greift zu dem einzigen Mittel, was noch helfen könnte: Dem Rasenmäher. Die Party verwandelt sich in ein blutiges Schlachtfest.
Jackson hat sich storymäßig nicht sonderlich viel einfallen lassen und erklärt das Ganze mit dem Rattenaffe sehr schlicht, doch effektiv. Dafür ist der Humor so ausgefallen, dass man über das Warum und Wieso nicht mehr nachdenkt. Auch dass der Film kaum Spannung oder Schocks zu bieten hat, interessiert nicht mehr. Doch Horrorneulinge seien vor der blutigen Metzelorgie gewarnt. Man verschenkt hier keine Zeit und kommt zum Punkt. Die amüsanten und schrägen Charaktere werden sehr schnell eingeführt und nebenbei gibt es noch eine kleine Lovestory. Jackson hat sich als Ort wieder ein kleines Küstennest in Neuseeland ausgesucht und gestaltet die Kulisse sehr altmodisch, fast schon im Stil der alten Italo Zombiefilme. Der Score passt ungemein gut zum Geschehen und bietet viel Abwechslung.
Die Goreeffekte könnten trotz des niedrigen Budgets fast nicht mehr professioneller aussehen. Und die Special F/X Jungs hatten hier eine Menge zu tun, denn man musste massenhaft abgetrennte Körperteile, Torsos richten. Das viele Kunstblut konnte man gleich in Fässern anschleppen, denn das spritzt oder fließt hier in ganzen Hektolitern. Die Goreffekte sind richtig deftig, wirken aber dank des hohen Humoranteils nie richtig ernst. Dabei werden dutzende von Zombies vom Rasenmäher zerfetzt, Köpfe, massenhaft Gliedmaßen abgerissen, ganze Brutskörbe und Herzen entfernt, hier bleibt wirklich kein Wunsch offen, einfach ein Fest für den Gorefan. Der Humor ist total abgedreht, funktioniert aber perfekt, denn wer über die Babyszene im Park nicht lacht, der muss tot sein, überhaupt wer sich hier nicht amüsiert, sollte sich mal Gedanken machen. Daher ist " Braindead " auch für das breite Publikum zugänglich, der gefällt fast Jedem.
Timothy Balme verkörpert das Muttersöhnchen Lionel sehr amüsant. Zwar sind hier alle Darsteller Laien, doch dank der sehr schrägen und humorvollen Charaktere fällt das nicht so ins Gewicht. Der seltsame Naziarzt, der karatekämpfende Priester, die bissige Mutter, oder der perverse Onkel Les, Einer schräger als der Andere.
Fazit:
Einer der besten Filme aller Zeiten. So eine blutige Horrorkomödie gibt es kein zweites Mal. Die Story existiert zwar nur am Rande, doch darüber trösten der viele schräge Humor, die blutigen Goreeffekte und die Rasanz hinweg. Die Laiendarsteller agieren auch gut. Schicke altmodische Kulisse, netter Score, hier stimmt einfach alles, daher auch höchste Punktzahl. Einer meiner absoluten Favoriten und Lieblingsfilme. Wer den nicht kennt, hat ein Stückchen Filmgeschichte verpasst.