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Jaja. Der glorreiche und allseitsbekannte Braindead. Ein Werk, so bedeutungsvoll für ein ganzes Genre, dass man nahezu schon gezwungen ist ihn gut zu finden, da er unter dem bedeutungschwangeren Begriff Kult, als der Splatterfilm überhaupt gilt. Ganz klar, was den Splatter angeht, liegt dieses Werk meilenweit voran, jeder Gorehound leckt sich an diesem Werk die Finger. Aber was ist mit dem eigentlichen Film? Kann der eigentlich auch überzeugen? Nunja, Braindead ist ein Film, bei dem man, wenn man über ihn spricht, immer die "tollen Effekte" erwähnt. Rechtfertigt das eine Wertung von 10 Punkten? Nein, gut Splatterfilme mögen wohl die Absicht haben, gerade mit seinem Splatter zu unterhalten, sollte dies aber nicht der ausschlaggebende und grossanteilige Faktor sein, der in einem solchem Werk herrscht. Was einen guten Film auszeichnet, der mit 10 Punkten bewertet werden darf, hat eine Story, die man ernsthaft nachvollziehen kann, die zum besagten Kontext passt und in der auch die ganzen schwarzhumorigen Gags in Zusammenhang mit dieser und den Effekten Einklang finden und diverse Paralellen authentisch rüberkommen. Daran scheitert der Film aber nahezu kläglich. Wie soll ich es beispielsweise verstehen, wenn im Finale, die Mutter zu einem undefinierbaren Etwas verkommt, mit Megahupen und Branken und nebenher Lionel um die wahre Geschichte von dem Tod seines Vater trauert. Soll ich in diesem Moment herzerweichend schluchzen oder auf Grund der trashigen Inszenierung der Monstermutter lachen? Trash galore eben, der diesem Film, mit seiner pseudotiefgründigen aber ohnehin schwarzhumorigen Dramatik erheblich anhaftet und dadurch allzuvieles, was eigentlich recht amüsant dargestellt, parodiert und klamaukähnlich auf die Schippe genommen wurde, versaut. Ganz klar, einige Gags, sind in der Tat unvergessen und bietet reichlich Stoff zum Schmunzeln, aber auch eben nicht mehr. Wenn die Mutter am Tisch sitzt, ihren Pudding mit Ohreinlage isst und das Blut in des Nachbarn Pudding spritzt ist wunderbar eriheiternd, der Rest der Story rund um die herrscherische Mutter, die ihrem naiven Sohn jeglichen Kontakt zur Frauenwelt versagt, ist Anfangs herbe amüsant, aber im späteren Verlauf weniger glaubhaft, aufgrund der übertriebenen und herrlich trashigen und ironisierten Inszenierung. Ganz klar, dieser Film lebt von seinen Splattereffekten, welche überaus durchweg überzeugend und klasse umgesetzt sind, können aber nicht darüber hinweg täuschen, wie der Rest des Filmes im trägen Klamauk versinkt und eben tierisch versagt.

Fazit:
Ein Vorzeigewerk des Splatterfilmes, den man als Gorehound gesehen haben muss, sofern man denn an die Uncutfassung drankommt. All die Symbolik, Dramatik und die parodische Ironie in diesem Film sind klamaukähnlicher Stuss, der selten bis wenig zündet. Eben ein typischer Jackson, der mit seinen Effekten beweist, welche Möglichkeiten in dem Genre Splatter herrschen.

Immer noch 7/10, da es keinen anderen Film gibt, der soviel Splatter hat, aber eben auch mit einer guten Inszenierung glänzen kann.

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