Review

Lange bevor Peter Jackson die Regiearbeit zu der teuersten Trilogie aller Zeiten, der "Herr der Ringe"-Saga, übernehmen sollte, hatte er Fans eines gewissen Genres, aber auch des Films allgemein, schon lange überzeugt. Es handelt sich um das Splatter-Genre, dem er wohl den blutigsten Film aller Zeiten beschert hat. Ja, die Rede ist von "Braindead", ein Klassiker nicht nur im Bereich des Horrors, sondern auch im Bereich der Komödie, nein, sogar im Bereich der Filmgeschichte, denn er setzte neue Maßstäbe. Durch die Entstehung von "Braindead" wurden die Begriffe Splatter, Komödie und auch Goreeffekte neu definiert. Kein vergleichbarer Film schaffte es bis jetzt, so genial Splatter und Witz zu mischen. Heraus kam ein Film, der zu den bekanntesten überhaupt zählen müsste, kleine Kinder auf dem Schulhof bekommen große Augen, wenn sie das Wort "Braindead" nur hören und haben geradezu ein Verlangen danach, diesen Film zu sehen. In jugendlichen Kreisen wird dem Ganzen oft nachgesagt, dass "Braindead" der coolste, lustigste, blutigste und auch brutalste Film ist, den sie je gesehen haben und das auch so bleiben wird, weil Nichts mehr drüber geht. Und Volljährige kennen den Film natürlich erst recht und bestätigen das Meiste, was ihre jüngeren Mitmenschen vor ihnen erwähnt haben.
Bei so Filmen wie "Braindead" besteht jedoch die Gefahr, dass viele ihn nur so "geil" finden, weil das Blut in Massen spritzt und das ein oder andere Individuum sich den anderen einfach nur anschließt, weil diese ihn ja auch alle cool finden. Somit wird manchen ihre Meinung geradezu aufgedrängt und es gibt sicher einige, die sich schon gar nicht mehr trauen, was gegen den Film zu sagen, da er teilweise als auf Zelluloid gebannter Gott dargestellt wird. Es ist zwar irgendwie kein Wunder, dass "Braindead" so gut bei Jugendlichen ankommt, aber dennoch sind unter diesen sicherlich ein paar, die eigentlich eine andere Meinung haben, aber negative Kritik an "Braindead" käme für manche Gotteslästerung gleich.
Das Alles soll nicht heißen, dass ich den Film schlecht finde, ganz im Gegenteil, ich will damit nur sagen, dass sicherlich nicht jeder, der vorgibt, "Braindead" zu lieben, ihn mag oder zumindest aufgrund seiner Machart mag, sondern nur aufgrund des vielen Blutes.
Nun stellt sich die Frage, ob "Braindead" wirklich so gut ist, wie sein langjähriger Ruf, der immer noch Bestand hat und wahrscheinlich immer fortbestehen wird, ihn gemacht hat. Also ihn als DEN Splatterfilm zu bezeichnen, ist wahrlich nicht untertrieben. Das aber auch nur, weil in keinem anderen Film vergleichbar so quantitiv und qualitativ gemetzelt wird wie in "Braindead". Außer vielleicht noch in "Premutos". Splattertechnisch ist das Ganze auf jeden Fall als einzigartiger Film zu bezeichnen, an den bisher Nichts herangekommen ist, was eben Quantität und Qualität der Splattereffekte angeht. Filmtechnisch gesehen gibt es meiner Meinung nach bei Weitem interessantere und bessere Filme, mir gefällt z.B. "Violent Shit 3" klar besser als "Braindead", auch wenn Ersterer aus Deutschland kommt. Die Story mit der eingebauten Romanze und dem Muttersöhnchen ist sicherlich nicht ohne und verdammt unterhaltsam, aber da gefallen mir manch andere Stories besser.
Alles beginnt im Jahre 1954, als ein paar Männer, die für einen neuseeländischen Zoo arbeiten, auf einer abgelegenen Insel einen seltenen Affen vor den Augen der Eingeborenen entwenden. Einer der Männer wird von dem Affen gebissen und daraufhin sofort von seinen Arbeitskollegen getötet. Bereits da weiß der Zuschauer, dass der Affe besonderen Einfluss auf den weiteren Filmverlauf haben wird. Nach dem Tod des Mannes wird uns der Filmtitel eingeblendet und danach sieht man Bilder, wie der Affe per Flugzeug nach Neuseeland in den Zoo verfrachtet wird. Danach werden uns die Hauptdarsteller nähergebracht. Pakita, eine junge Frau, die in einem Obstladen arbeitet und sich von ihrer Mutter die Karten legen lässt, da sie unbedingt einen Freund haben möchte. Eines Tages kommt Lionel, der unter der Fuchtel seiner überaus dominanten Mutter steht, in den Laden und lernt Pakita kennen. Die Arbeiter des Ladens bringen ihren Kunden die Ware später immer nach Hause und somit verabschiedet sich Lionel auch bald wieder von Pakita. Diese steht kurze Zeit später vor Lionels Haus. Die beiden unterhalten sich und durch dummen Zufall machen die beiden aus, den nächsten Tag in den Zoo zu gehen. Und zwar in den Zoo, in den der gefährliche Affe, natürlich in Unwissenheit der Hauptpersonen, gebracht worden ist. Die Mutter hat jedoch nichts Besseres zu tun, als ihrem Sohn andauernd zu folgen. So auch in den Zoo, wo sie aber bald von dem Affen gebissen wird. Sofort bringt sie Lionel nach Hause. Die nächsten Tage geht es seiner Mutter recht schlecht, bis sie eines Tages den Hund Pakitas bei lebendigem Leibe auffrisst. Als sie dann auch noch die Krankenschwester des Hauses tötet, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Sie stirbt, aufversteht aber kurze Zeit später von den Toten. Wieder unten den Lebenden tötet sie aber als Zombie jeden, der ihr in den Weg kommt. Und auch die Krankenschwester, die Lionel im Keller verbarrikadiert hat, erwacht wieder zum Leben und metzelt sich als Zombie durchs Leben. Alle Leichen versteckt Lionel daraufhin in seinem Keller. Als dann auch noch Lionels Onkel Anspruch auf das Haus seiner verstorbenen Mutter legt und Lionel damit droht, wenn er das Haus nicht bekäme, zeige er ihn wegen Mordes an der Krankenschwester bei der Polizei an, bleibt Lionel nichts Anderes übrig als nachzugeben. Bald schmeißt der Onkel aufgrund seines neuen Wohnsitzes in selbigem eine Party, zahlreiche Gäste erscheinen, aber keiner rechnet damit, dass sich bald einige Zombies aus Lionels Keller unter die Gäste mischen und dort ein Gemetzel der Superlative verursachen...
"Braindead" ist auch unbestritten so kurzweilig und unterhaltsam, wie es ihm immer nachgesagt wird, man kann ihn sich bis zum Erbrechen ansehen, aber es ist eben ein reiner Spaßfilm, verbunden mit schier endlos vorkommenden Gore-Effekten. Diese können genialer nicht sein, egal ob laufende Eingeweide mit einem Gesicht, Brustkorb- oder Eingeweide rausreißen, Haut abziehen oder was weiß ich noch alles, die Effekte sind unglaublich und unnachahmlich gut, bisher hat es außer eben schon erwähnter "Premutos", auch dieser kommt aus deutschem Hause, kein Film je geschafft, realistischere und bessere Splatter-Effekte zu zeigen. Noch dazu kommt, dass das Können der Filmcrew nicht nur auf diesen Aspekt beschränkt wurde, sondern sie versteht ihr Handwerk so verdammt gut, dass man nicht erahnen würde, dass es sich um einen Splatterfilm handelt, würde man irgendwann nach 10 Minuten einen Blick in "Braindead" riskieren. Die Schauspieler machen zwar einen recht unernsten und amateurhaften Eindruck, aber das liegt ja am Drehbuch, da es sich bei Lionel und seiner Freundin einfach um etwas unterbemittelte Mutterkinder handelt. Lässt man das weg, spricht wirklich alles dafür, dass "Braindead"ein seriöser Spielfilm ist, denn sowohl Kameraführung, die besser nicht hätte sein können, als auch Schnitt sind verdammt gut, wodurch "Braindead" ein Splatterfilm auf höchstem Niveau ist. Brutal finden muss man ihn aber nicht unbedingt, weil durch den vielen Witz, den er sich mitbringt, wird die Härte der eigentlich brutalen Szenen ziemlich schnell relativiert, da alles so übertrieben und abgedreht dargestellt wird, dass jeder Bezug zur Realität verloren geht.
Aus diesem Grund finde ich, dass "Braindead" der beste Film ist, um in das Genre des Splatters einzusteigen. Man hat zwar dann den blutigsten Film aller Zeiten schon gesehen, noch dazu den mit den besten Splatter-Effekten, aber an diesen Tatsachen kann man die Filme, die man im Folgenden anschaut, immer messen. Das soll nicht heißen, dass jeder andere Splatter-Film danach enttäuscht, "Braindead" ist nur ein Maßstab. Und der brutalste Film aller Zeiten ist er ganz sicher nicht, also wer denkt, er hätte mit "Braindead" den schockierendsten Film gesehen, der irrt sich gewaltig, trotz der zahlreichen Splattereffekte und des vielen Blutes würde ich ihn sogar als einen der harmlosesten des Genres bezeichnen.
Ja, "Braindead" ist DER Splatterfilm überhaupt, er hat das Genre neu definiert und Ja, er ist auch sonst gelungen und unterhaltsam. Dennoch ist er meiner Meinung nach sicher nicht der beste Film des Genres, auch wenn das vielleicht gegen die Ansicht vieler verstößt. Der perfekte Film zur Unterhaltung, der perfekte Film auf Parties, und des perfekte Film, um irgendwelche Leute, die nicht einmal wissen, dass das Splattergenre existiert, extrem zu schockieren und von mir aus imponieren. Aber beschäftigt man sich auch danach noch mit dem Genre, wird man bald erkennen, dass zwar die Qualität und Quantität der Effetkte von "Braindead" nie erreicht werden, aber dass jene bei anderen Filmen viel schockierender und ernsthafter rüberkommen, wodurch Filme mit nur 3 bis 4 Splattereffekten eindeutig brutaler erscheinen als "Braindead". Und so solls auch sein. Denn objektiv gesehen kann man den Film nicht brutal finden, alles ist so abgedreht, entweder der Film selbst oder die Charaktere. Es gibt bei jeder brutalen Szene auf jeden Fall mindestens einen Grund, der die Brutalität des Gezeigten enorm mindert. Teilweise ist es sogar so, dass der Witz die Brutalität vollkommen neutralisiert, und nur der Spaß und Witz im Vordergrund steht, die Gewalt wird da wirklich zur Nebensache.
Von daher kann "Braindead" jedem empfohlen werden, er hat keine Schockwirkung (außer natürlich bei Kindern und irgendwelchen Jugendlichen) und ist auch nicht so brutal wie er immer bezeichnet wird. Der Film bekommt aber naürlich die volle Punktzahl, weil es nicht viele andere Film gibt, die so unterhalten und so viel Witz mit sich bringen. 10/10 Punkte

Details
Ähnliche Filme