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Mit „Braindead“ konnte Peter Jackson zum ersten Mal seinen Einfallsreichtum beweisen und inszenierte einen echten Low Budget Spaß.
Eine Truppe von Forschern kann ein gefährliches Tier einfangen (was man allerdings nicht zu sehen bekommt) und werden von den Eingeborenen gejagt. Denn das Wesen sei zu gefährlich. Doch die Ignoranten können mit dem Biest fliehen – wenn auch unter Verlusten. Wem der hier gezeigte Humor schon zu derbe ist, der sollte nicht weitergucken, denn es wird noch kruder und geschmackloser. Wer allerdings die Ironie in dem groben Treiben sieht, der wird seine Freude haben.
Sprung aus neuseeländische Festland, wo Lionel Cosgrove (Timothy Balme) mit seiner Mutter wohnt. Der schüchterne Lionel ist ein junger Mann, doch seine Mutter hält ihn dermaßen unter der Fuchtel, dass er fast wie ein kleiner Junge lebt. Lediglich die Verkäuferin Paquita (Diana Peñalver), welche sich in ihn verliebt, bringt ein erwachsenes Element in sein Leben. Lange bevor es in „Braindead“ richtig rund geht, packt Peter Jackson bereits die Satirekeule aus und zieht über mütterliches Klammern usw. her.

Doch bei einem Zoobesuch von Lionel und Paquita wird Lionels spionierende Mutter von einem Rattenaffen gebissen, welcher sich als das Tier aus der Anfangsszene herausstellt. Bald erklärt sich auch, warum dessen Biss so gefürchtet ist: Die Opfer verwandeln sich in Zombies. Lionel versucht das „Geheimnis“ um seine Mutter vor der Außenwelt zu verstecken, doch das hilft nichts: Bald läuft eine Horde marodierender Zombies durch Lionels Domizil.
„Braindead“ ist Funsplatter der total abgedrehten Sorte, bei dem es auf die Story nicht so sehr ankommt. So präsentiert sich der Plot eher dürftig und die Geschichte versucht in erster Linie den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Das schafft der Film auch überzeugend, weshalb der leichte Spannungsmangel nicht stark ins Gewicht fällt.
Dafür ist die Komik überzeugender, die sowohl aus groben Gags als auch aus Satire besteht. Denn diverse Verletzungen und FX sind einfach Funsplatter im wahrsten Sinne des Wortes. Doch immer wenn Lionel den Schein vom kleinbürgerlichen Glück aufrechtzuerhalten versucht (und meist alles auf diese Weise verschlimmert), dann erkennt man doch den Menschen von der Straße darin wieder. Zudem hat Peter Jackson noch einige verdammt abgefahrene Einfälle wie die Spielplatzszene mit dem Zombiebaby oder den Karatepriester auf Lager.

Die Effekte sind mit wenig Geld gemacht, aber sehen dafür verdammt gut aus. Egal ob abgetrennte Körperteile en masse oder Hektoliterweise spritzendes Blut – im Gegensatz zu vielen anderen billigen Filmen sieht die FX nie schlecht aus. Aufgrund der derben Komik wirkt das ganze Treiben aber selten wirklich brutal; nur zartbesaitete Gemüter dürften wohl kaum Spaß an Jacksons Werk haben und sich mit verdrehtem Magen abwenden.
Die Schauspieler sind allesamt Laien, was man ihnen ansieht. Aber Hauptdarsteller Timothy Balme macht als Muttersöhnchen trotzdem eine herrlich komische Figur und auch die Darsteller von Onkel Less und dem karatekundigen Priester machen ihre geringe Erfahrung durch unheimlich witzige Darbietungen wett. Die anderen Darsteller sind nur im Bereich akzeptabel.

„Braindead“ ist ein witzig, geschmackloses Vergnügen für Leute mit etwas härteren Mägen. Allerdings teilweise etwas überschätzt.

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