"Braindead" von Peter Jackson
1. Story
1957: Ein Forscherteam bringt einen seltenen Rattenaffen aus Somalia in einen Zoo in Wellington, Neuseeland. Der dort lebende Lionel Cosgrove (Timothy Balme) wird nahezu gänzlich von seiner Mutter (Elizabeth Moody) beherrscht. Als sich die spanischer Verkäuferin Paquita (Diana Penalver) in Lionel verliebt, stinkt das der Mutter natürlich gewaltig. Sie lauert den beiden auf, als sie im Zoo miteinander anbandeln und wird prompt vom Rattenaffen gebissen. Von Zeit zu Zeit geht es der Mutter immer schlechter und sie mutiert langsam, aber sicher zum Zombie. Und jeder, der von ihr getötet wird, verwandelt sich ebenfalls in einen Zombie. Und so hat der schusselige Lionel bald eine ganze Zombie-"Familie" im Keller rumsitzen. Doch als Onkel Les (Ian Watkin) in Lionels Haus eine Party veranstaltet, brechen die Untoten aus...
2. Schauspieler
Der TV-Darsteller Timothy Balme spielt hier eigentlich recht gut. Schön liebevoll spielt er den schusseligen und manchmal auch etwas trotteligen Lionel, der seine Zombies zu Beginn selbstverständlich verpflegt und sie am Ende schließlich zu Muß verarbeitet. Die herrschsüchtige Mutter wird glaubwürdig von Elizabeth Moody, die später auch in Jacksons "Heavenly Creatures" zu sehen war, verkörpert. Etwas blass bleibt Diana Penalver, doch ihre Rolle verlangt auch nicht recht viel von ihr ab. Am interessantesten spielt aber immernoch Ian Watkin als schmieriger Onkel Les, der während des Films für einige Lacher sorgen dürfte.
3. Musik
Ungewöhnlich gut für einen Film eines derartigen Genres ist die Filmmusik. Der damalige Stammkomponist Jacksons, Peter Dasent, zauberte hier eine wunderbaren Score zusammen, von der Liebesthematik, über bedrohliche Klänge bis hin zum bekannten "Braindead"-Theme, das einem einige Zeit nicht mehr aus dem Kopf gehen dürfte. Einzu zu bemängeln wäre vielleicht, dass man noch die fetzigen Rocksongs von damals hätte in den Film packen können.
4. Kamera
Kameramann Murray Milne, der schon mit Jackson an "Meet the Feebles" arbeitete, fing "Braindead" in Bilder ein. Und wer sich einigermaßen mit Jacksons Werk auskennt, erkennt hier sofort die Handschrift des Regisseurs: Unkontrollierte, wackelige Zoomaufnahmen; unbequeme Nahaufnahmen; ungewöhnliche Kameraeinstellungen. Nicht jedem wird dieser manchmal wirklich unbequeme Stil zusprechen, aber dadurch zeigt sich Jacksons Regiekunst, eine perfekte Atmosphäre zu schaffen.
5. Fazit
Diejenigen die behaupten, dies sei wahrscheinlich der blutigeste Film aller Zeiten haben allesamt Recht! "Braindead" ist verdammt blutig. Jackson bombardiert den unschuldigen Zuschauer mit herumfliegenden Körperteilen, Blutspritzern én masse, abgetrennten Ohren, die aufgegessen werden, Zombies, die Menschenfleisch mit Genuss verpeisen, herumliegenden Innereien, Zombies, die Menschen die Kopfhaut vom Gesicht reißen, Leuten das Herz bei lebendigem Leibe herausziehen, anderen wird das ganze Skelett der Brust herausgerissen. Und schließlich ein Rasenmäher, in den Dutzende von Zombies hineinrennen und in Nahaufnahme zerrissen werden - soviel Filmblut gab's einfach noch nie! Wahrlich nichts für zarte Gemüter.
DOCH: Bei allen Ekelhaftigkeiten und Splatter-Effekten hat Jackson in diesen Film auch noch eine Mega-Portion Humor hineingepackt. Gags, Slapstick und Wortwitz gibt es genausoviel wie Filmblut. Manch einer dürfte sich dabei erwischen bei den blutigsten Szenen, zu lachen, da Jackson alles so dermaßen übetreibt und comichaft aufbläst, dass es einfach unglaubwürdig ist und einen zum Lachen animiert. Das Highlight ist die Szene, in der Lionel das Zombiebaby Selwyn in der Park spazieren führt - Slapstick pur. Man wird sich vor Lachen am Boden kugeln - versprochen! Dazu hat Jackson auch noch eine nette Liebesgeschichte in die Story eingebaut.
Und nebenbei erinnert Lionels herrschsüchtige Mutter, mit der er zusammen in einem großen, unheimlichen Haus wohnt schwer an Alfred Hitchcock's Klassiker "Psycho".
Eine schöne Referenz.
Fazit: Peter Jackson auf dem Höchstand seines Könnens! Keiner wird sich wohl jemals wieder trauen, soviel Gore auf den Zuschauer loszulassen!
Jedem, der durch die "Herr der Ringe"-Trilogie auf Jackson aufmerksam wurde, empfehle ich seine früheren Werke. Einach alle köstlich!
Anspruch: 0 von 5
Action: 4 von 5
Spannung: 2 von 5
Humor: 4 von 5
Musik: 2 von 5
Erotik: 0 von 5
Insgesamt: 10/10